„Solidarität mit Menschen aus Syrien und Kurdistan“: Polizeigroßaufgebot trennt Montagsdemo von NPD-Protest

Eisenach  Beamte trennten die Kundgebungen von Eisenacher Montagsdemonstration und NPD. Beide Gruppen zogen durch die Stadt. Es gab laut Polizei zwei Ordnungswidrigkeiten.

Das Lutherhaus setzte dem Aufmarsch der NPD eigens ein Plakat gegen Rechtsextremismus entgegen.

Foto: Lutherhaus

Ein Großaufgebot an Polizei und ein mit Absperrgittern versehener Marktplatz: Gleich zwei Demonstrationen mit Kundgebungen sorgten am Montag am frühen Abend in der Eisenacher Innenstadt für Aufregung und Aufsehen.

Vor dem Bürgerbüro hatten nach Angaben der Polizei etwa 250 Teilnehmer einer Kundgebung der NPD Aufstellung genommen. Luftlinie 50 Meter entfernt waren etwa 130 Teilnehmer zu einer Kundgebung der „Aktion Montagsdemonstration“ erschienen.

Letztere hatten dazu aufgerufen, um damit Solidarität mit Menschen aus Syrien und Kurdistan zu zeigen. Jene Menschen seien in Sorge um ihre Familien in der Stadt Afrin, die von der türkischen „Erdogan-Regierung mit einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg überzogen wird“, so Fritz Hoffmann, einer der Organisatoren und Stadtrat für den Eisenacher Aufbruch.

Nach einer Kundgebung vor dem Rathaus zogen die Teilnehmer durch die Stadt, über Marktgasse, Alexanderstraße, Karlsplatz und Goldschmiedenstraße wieder zurück zum Markt.

Plakat am Lutherhaus gegen Rechtsextremismus

Eine halbe Stunden früher hatte die Kundgebung der NPD begonnen. Die Veranstalter wollten wiederum den Kurden und Syrern das Recht absprechen, in Eisenach gegen den Krieg in ihrem Land zu protestieren. Auch hier war ein Demonstrationszug angesetzt. Dieser führte vom Markt über die Straße Hinter der Kirche, die Schmelzerstraße, Johannisplatz und Goldschmiedenstraße wieder auf den Markt. Dabei riefen die Teilnehmer Parolen wie „Merkel muss weg“ und „Wir sind das Volk“.

Diesem Aufmarsch setzte das Eisenacher Lutherhaus, an dem die Teilnehmer der NPD-Demo vorbei mussten, ein eigens aufgehängtes Plakat entgegen. Dort war zu lesen: „Nächstenliebe verlangt Klarheit: Evangelische Kirche gegen Rechtsextremismus.“ Damit beziehe das Museum, so Mitarbeiterin Alexandra Husemeyer, klar Position gegen Intoleranz und Fremdenhass.

Es habe, so Polizeisprecherin Karin Köhler nach dem Ende der Demos, keine Probleme gegeben: „Unser polizeiliches Konzept ist aufgegangen“.

Zuletzt gab es eine Demonstration in Erfurt, bei der 70 Menschen gegen die türkische Militäroffensive in Syrien protestiert hatten

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