SPD-Politiker Matschie: Nach Parteitags-Nein zu GroKo Nachdenklichkeit an der Basis

Jena  Der Thüringer SPD-Bundestagsabgeordnete Christoph Matschie sieht Anzeichen, dass es an der Parteibasis in Thüringen weniger Skepsis gegenüber einer großen Koalition mit der Union als noch zuletzt gibt. Am Sonnabend findet die SPD-Regionalkonferenz in Jena statt, bei der der Gang in die große Koalition diskutiert wird.

Christoph Matschie, Bundestagsabgeordneter in der SPD Fraktion, und Andrea Nahles, Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, vor der SPD-Regionalkonferenz in Jena.

Christoph Matschie, Bundestagsabgeordneter in der SPD Fraktion, und Andrea Nahles, Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, vor der SPD-Regionalkonferenz in Jena.

Foto: Bodo Schackow

Nach dem Nein eines Landesparteitages zu einer Koalition mit der Union sehe er „viele, die inzwischen auch nachdenklich geworden sind“, sagte Matschie, der Mitglied des SPD-Bundesvorstandes ist, am Samstag in Jena. „Sie sehen, dass wir einen guten Koalitionsvertrag ausgehandelt haben.“

Auch viele SPD-Wähler hätten diese Erwartung, so Matschie. „Und ich bin sicher, das wird das Abstimmverhalten auch bestimmen.“

Die designierte SPD-Parteichefin Andrea Nahles zeigte sich laut MDR optimistisch wegen des SPD-Mitgliederentscheids zum Koalitionsvertrag. Nahles sagte bei einer SPD-Regionalkonferenz in Jena, die Lage für die SPD sei zwar ernst. Die Mitglieder wüssten aber, dass ihr Entscheidung nicht nur für die Partei, sondern für das ganze Land wichtig sei. Laut Nahles ist es möglich, dass sich die SPD auch in einer erneuten Koalition mit der Union erneuert.

SPD Thüringen stimmte als erster Landesverband gegen Koalition mit CDU

Im Dezember hatte die SPD in Thüringen als erster Landesverband auf einem Parteitag gegen eine neuerliche große Koalition gestimmt. Am Samstag warb die designierte Parteichefin Andrea Nahles in Jena vor rund 200 Parteimitgliedern aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt für den Koalitionsvertrag.

Der sächsische SPD-Landesvorsitzende Martin Dulig sprach in Jena von einem sehr ernsthaften inhaltlichen Ringen. „Hier wird nicht über eine Performance abgestimmt“, sagte er am Rande des Treffens. „Auch diejenigen, die gegen eine große Koalition sind, haben das Wohl der SPD im Blick - genauso wie diejenigen, die für eine Fortsetzung der Koalition sich einsetzen.“

Die SPD lädt im Vorfeld des Mitgliedervotums über die Große Koalition zu sogenannten Regionalkonferenzen ein, auf denen die Mitglieder miteinander und mit der Parteispitze diskutieren sollen.

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