SPD will Ärztemangel durch mehr Klinikbehandlungen auffangen

Die SPD will Versorgungslücken durch fehlende Ärzte auf dem Land mit Hilfe von Krankenhäusern schließen. In den Kliniken könnten Eingriffe vorgenommen werden, für die nicht genügend niedergelassene Fachärzte zur Verfügung stehen, sagte SPD-Gesundheitsexperte Thomas Hartung am Mittwoch in Erfurt.

Klinikärzte sollen nach SPD-Plänen Versorgungslücken auf dem Land schließen. Archiv-Foto: Torsten Silz/ddp

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Erfurt. Allerdings sei der drohende Ärztemangel in Thüringen noch nicht spürbar, weshalb genügend Zeit für eine Reform des Gesundheitswesens bleibe. "Eine grundsätzliche Versorgung ist für jeden kranken Menschen gesichert", betonte der Landtagsabgeordnete.

Hartung zufolge wird der Altersdurchschnitt in Thüringen binnen der nächsten 20 Jahre voraussichtlich "von Mitte 40 auf 56 Jahre ansteigen". Dadurch werde der Bedarf an Frauen- und Kinderärzten sinken, während mehr Internisten, Orthopäden, Urologen und Augenärzte benötigt würden. Diesen veränderten Bedürfnissen müsse auch bei der Ausbildung von Ärzten Rechnung getragen werden.

Das größte Problem im Gesundheitswesen stellt nach Ansicht Hartungs aber die Einschränkung der ärztlichen Behandlungszeiten durch kostendämpfende Vorgaben der Krankenkassen dar. Dadurch stehe nur ein eng begrenztes Zeit- und Kostenbudget pro Patient zur Verfügung, was angesichts von Praxis-Schließungen in ländlichen Regionen unnötige Engpässe schaffe.

Zugleich sprach sich Hartung für eine Bürgerversicherung aus und forderte, die Krankenkassenbeiträge wieder paritätisch zwischen Arbeitnehmern und -gebern aufzuteilen. Außerdem sollten private Krankenversicherungen auf lange Sicht abgeschafft und ihre gesetzlichen Pendants gestärkt werden.

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