Stadt Jena lehnt innovative Nachfolge für Intershop-Schriftzug ab

Jena.  Das plant der Eigner des Intershop-Turms in Jena, nachdem die Stadt seiner Wunschlösung nicht zugestimmt hat.

Der erste Buchstabe ist am Montag zum Teil abgebaut worden.

Der erste Buchstabe ist am Montag zum Teil abgebaut worden.

Foto: Tino Zippel

Am Intershop-Turm hat am Montag der Abbau des Schriftzuges begonnen. In den kommenden Wochen büßt Thüringens höchstes Bürogebäude sein vor allem nachts markantes Erkennungszeichen ein. Doch was plant der Eigentümer des Turms als Ersatz, wenn in wenigen Tagen die roten Intershop-Buchstaben entfernt sind? Wir haben nachgehakt.

Turmeigner Josef Saller, Inhaber von Saller Gewerbebau in Weimar, plant keine neue Beleuchtung an der Stelle des Intershop-Schriftzuges. „Auf den wenigsten Hochhäusern in Deutschland gibt es ganz oben eine Beleuchtung. Man kann jetzt umso besser die Beleuchtung des Restaurants abends erkennen“, sagt er.

Sehr innovative Lösung stößt auf Ablehnung

Dabei hatte Saller zunächst eine sehr innovative Lösung geplant, wie er auf Anfrage bestätigt. Schon vor Jahren habe er der Stadt eine Videowand vorgeschlagen. „Sie wurde aber abgelehnt, es gab hier viel zu viele Bedenkenträger. Wir waren bereit, auf einer vorgesetzten Fassade eine große transparente LED-Wand zu errichten. War wahrscheinlich zu innovativ für Jena.“

Intershop belegt derzeit zehn Etagen im Turm. Bis auf vier Etagen sind alle Flächen vermietet, sagt Saller. „Wir haben sehr viele Mietinteressenten, aber coronabedingt ist jetzt etwas Unsicherheit vorhanden. Die Vermietung sollte aber kein Problem sein, wegen des Landmark-Charakters und der Einzigartigkeit des Turms in Thüringen.“

Der Turm war von 1970 bis 1972 als Forschungszentrum des Carl-Zeiss-Kombinates gebaut worden, aber von Beginn an durch die Friedrich-Schiller-Universität genutzt worden. Im Jahr 1995 verließ die Hochschule den Turm – das Land Thüringen als Eigentümer verkaufte ihn für eine symbolische D-Mark an Saller Gewerbebau. Die Firma sanierte den Turm von 1999 bis 2001 nicht nur, sondern stockte auch zwei Etagen auf. In diesen befindet sich das Turmrestaurant Scala, in dessen Außenbereich sich die Aussichtsplattformen befinden. Inklusive Antenne ist das auch Jentower genannte Bauwerk 159,6 Meter hoch.

Report vom Abbau des Intershop-Schriftzuges in luftiger Höhe