Stadt und Land entwickeln ICE-City gemeinsam

Erfurt. Das Land Thüringen wird gemeinsam mit der Stadt Erfurt die Entwicklung des Viertels am Bahnhofsviertel übernehmen. Dabei wollen sich beide Partner ausschließlich auf die Flächen östlich des Hauptbahnhofs konzentrieren.

Entwurf der ICE-City.

Entwurf der ICE-City.

Foto: zgt

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Im Rahmen eines Symposium zum zukünftigen ICE-Knoten in der Stadt kündigte Erfurts Wirtschaftsdezernentin Katrin Hoyer (Grüne) zudem den raschen Abschluss eines städtebaulichen Entwicklungsvertrages der landeseigenen Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) an. LEG-Geschäftsführer Frank Krätzschmar peilt einen Vertragsabschluss "bis spätestens März 2014" an.

Ein Kernpunkt der Vereinbarung wird der Verzicht auf weitere Flächenentwicklungen durch die Stadt im Bahnhofsumfeld sein. Erfurt verabschiedet sich damit eindeutig von allen bisherigen Überlegungen, auch das Areal westlich des Bahnhofgebäudes in das Projekt einer künftigen ICE-City einzubeziehen. "Wir können nicht nach zwei Fliegen gleichzeitig klatschen", formulierte es der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Uwe Spangenberg.

Westflächen kommen nicht zur ICE-City

Für die West-Variante hatte sich der Eigentümer dieser Flächen stark gemacht. Allerdings knüpfte er seine Verkaufsbereitschaft an Bauplanänderungen für private Gewerbeflächen an anderer Stelle in Erfurt. Dies hatte die Stadt bis zuletzt abgelehnt. Im Gegenzug für den Verzicht auf die Flächen auf dem Gelände des alten Bahnausbesserungswerkes stellte das Land logistische und finanzielle Hilfen in Aussicht. Thüringens Bauminister Christian Carius (CDU) ließ gestern mitteilen: "Thüringen steht bereit, um beim Flächenerwerb und bei der Investorensuche zu helfen." Zudem will der Christdemokrat bis zu zwei Millionen Euro an Mitteln zur Städtebauförderung zur Finanzierung der Planungskosten bereitstellen.

Schon 2017 wird mit Fertigstellung der ICE-Trasse Nürnberg-Leipzig am Erfurter Hauptbahnhof ein Kreuzungspunkt mit der Strecke Frankfurt Dresden entstehen. Damit schneiden sich in Thüringens Landeshauptstadt zwei der dann wichtigsten bundesdeutschen Fernbahn-Verbindungen.

Nicht nur für Heinz-Jochen Spilker als Vorsitzender der städtischen Händlervereinigung City-Management werde der Wirtschaftsstandort Thüringen durch das ICE-Kreuz nachhaltig aufgewertet. Es schaffe erheblicher Vorteile beim Kampf um Neuansiedlungen und sei ein wichtiger Strukturimpuls mit Ausstrahlung weit über Erfurt hinaus.

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