Steffen Grimm ist neuer Bürgermeister in Sondershausen

Sondershausen  In der Sondershäuser Stichwahl setzt sich der parteilose Bewerber Steffen Grimm gegen CDU-Kandidat Stefan Schard knapp durch.

Steffen Grimm (2. von links) ) stieß Sonntagabend mit Familie und Freunden in Stockhausen auf seinen Wahlsieg an.

Steffen Grimm (2. von links) ) stieß Sonntagabend mit Familie und Freunden in Stockhausen auf seinen Wahlsieg an.

Foto: Andrea Hellmann

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Der Ruck durch die Briefwahl reicht dann doch nicht mehr aus: Die nämlich gewann Stefan Schard, der CDU-Kandidat in der Stichwahl um den Bürgermeisterposten in Sondershausen, mit 110 Stimmen Vorsprung. 400 Stimmen allerdings lag er aber da bereits gegen seinen Kontrahenten Steffen Grimm zurück, nachdem alle Zettel aus den 22 Wahllokalen ausgezählt worden waren.

Weil in den Wahlkabinen aber nicht einmal 6000 von insgesamt beinahe 19 000 wahlberechtigten Sondershäusern am Sonntag ihr Kreuzchen gezeichnet hatten, durften die mehr als 2000 Wahlbriefe durchaus als Zünglein an der Waage betrachtet werden.

Im Garten der Eltern von Steffen Grimm hielt die Anspannung trotz des Vorsprungs, der sich schon mit den ersten ausgezählten Wahllokalen andeutete, lange Zeit an. Skepsis überwog auch noch, als ihn die ersten Gratulationen am Handy erreichten. Und fassen mochte es Steffen Grimm auch noch nicht, als sein Wahlsieg fest stand. „Ich habe es erhofft, aber nicht damit gerechnet“, gibt der 47-jährige Sondershäuser unumwunden zu. „Mit einem lachenenden und einem weinenden Auge sehe ich meine neue Aufgabe. Ich habe es geschafft und freue mich, weil ich viel für Sondershausen erreichen möchte. Aber ich bedaure es auch, weil ich so viele Jahre gut mit meinen Kollegen bei der Polizei zusammengearbeitet habe“, sagte er.

Zur Feier im heimischen Garten hatte er seine Familie und Freunde eingeladen. Auch die hatten gehofft, dass es mit dem Wahlsieg klappen würde und er die Zeit bekommen wird, sich in sein neues Amt einzuarbeiten.

Dass er dafür „ins kalte Wasser springen“ muss, weiß Steffen Grimm. Aber er sagt auch, dass er darauf vorbereitet ist, schließlich sei er Diplomverwaltungswirt. Und zur Wahl ist er angetreten, um Bürgermeister zu werden.

Am Ende gratulierte auch Kontrahent Stefan Schard noch persönlich in Stockhausen dem neuen Bürgermeister Steffen Grimm.

Den Hoffnungsschimmer auf eine Briefwahlwende ließen die Schard-Anhänger bei dessen Wahlparty auf dem Grundstück der Schwiegereltern in Großfurra gestern zwar auch lange nicht fahren.

Die Niederlage immer schon vor Augen, stellt Schard persönlich ziemlich bald klar: „Eine solche Tortur nehme ich kein zweites Mal auf mich.“ Er erklärte seinen Unterstützern dann aber auch: „Es ist wie ein Spiel: Mal verliert man, mal gewinnt man.“ Immerhin habe er aus 16 Wochen viele Erfahrungen mitgenommen, die er nicht mehr missen möchte.

„Ich konnte mich auf ein Spitzenteam verlassen. Und ich kann mir auch selbst nicht vorwerfen, etwas falsch gemacht zu haben.“ Hier und da sei jedoch in der Öffentlichkeit nicht fair gespielt worden.

Heute geht Schard wieder in sein Büro des Hauptamtsleiters der Stadt Sondershausen: „Hier erledige ich meine Arbeit wie bisher auch.“ Eine große Unbekannte sei für ihn noch, wie er künftig mit seinem siegreichen Rivalen zusammenarbeiten werde, der bald auf dem Chefposten über ihm sitzen wird.

Auch für den noch amtierende Bürgermeistern Joachim Kreyer, der CDU-Parteifreund und Wunschnachfolger Schard gestern in Großfurra in der Niederlage beistand, ist der nächste Stadtchef noch ein Buch mit sieben Siegeln, wie er auf Nachfrage von Thüringer Allgemeine verriet. „Nach nicht mehr als ein paar kurzen Gesprächen bei unterschiedlichen Anlässen kann ich über meinen Nachfolger wenig sagen.“

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