Stephan Klante erreicht 97,4 Prozent der Stimmen in Harztor

Harztor  Die Wahlbeteiligung in Harztor liegt bei 32,4 Prozent.

Punkt 11 Uhr wirft Stephan Klante den Wahlzettel in der Sachswerfer Heinz-Sielmann-Schule in die Urne. Foto: Thomas Müller

Foto: zgt

Stephan Klante ist die Ruhe in Person. Zwei Sekunden, dann ist er aus der Wahlkabine heraus. Er ist außer seiner Tochter, die erstmals ihr Kreuz machen darf, der einzige im Atrium der Niedersachswerfer Grundschule. Bei nur einem Kandidaten rechnet der CDU-Bürgermeister nicht mit einer fantastischen Wahlbeteiligung.

Klante dankt den Wahlhelfern für ihr Engagement, dann geht er. Acht Stunden später steht das Ergebnis fest: 97,4 Prozent für den Einzel-Wahlkämpfer. „Na, ist doch gut. Eine Bestätigung unserer Arbeit“, meint der 42-Jährige ohne viele Emotionen. Parteiübergreifend, unideologisch wolle er Harztor auch in den kommenden Jahren voranbringen. „Die Orte müssen attraktiv bleiben.“

Noch 2012 – die Landgemeinde Harztor war gerade aus Ilfeld, Niedersachswerfen und Sophienhof entstanden – war es für Stephan Klante ungleich schwieriger. Damals gehörte er noch keiner Partei an, war er – der studierte Verwaltungswissenschaftler und langjährige Kriminalbeamte – der Politneuling.

Die Unabhängige Wählerliste Zukunft Harztor (UWL) schickte ihn ins Rennen gegen Corinna Appenrodt (SPD) und Ilfelds Bürgermeister René Schröter-Appenrodt (CDU) als ebenfalls parteilosen Kandidaten. Im ersten Wahlgang bekam Klante 46 Prozent, gegen Schröter-Appenrodt allein dann 62 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 55,5 Prozent. Gestern fällt sie auf 32,4 Prozent.

Klante profiliert sich schnell, mit einem konstruktiv zusammenarbeitenden Gemeinderat im Rücken stabilisiert er die Finanzen in Harztor. Für die CDU kandidiert er 2014 erfolgreich bei den Kreistagswahlen, ein reichliches Jahr später tritt er in die Partei ein – so wie es sein „Ziehvater“ Christoph Zyrus bereits 2013 tat. Auch dies ein sinnvoller Schritt.

Zum 1. Juli 2018 soll sich die VG Hohnstein/Südharz auflösen, wollen Neustadt, Harzungen und Herrmannsacker der Landgemeinde Harztor beitreten. Deren Einwohner bekommen erst 2024 die Chance, über ihren Bürgermeister zu entscheiden. Denn im Gegensatz zur Landgemeinde Bleicherode wird in Harztor nicht noch einmal gewählt.

Die Möglichkeit dazu hätte es gegeben. Per Rundschreiben an die Landratsämter hatte das Landesverwaltungsamt erklärt, dass es „in Einzelfällen geboten sein kann, vor Festsetzung des Wahltermins die Entwicklungen (...) zur Gemeindegebietsreform abzuwarten“. Die Gemeinde Harztor entschied anders – auch vor dem Hintergrund, dass das Land die Gemeinde lange im Ungewissen ließ in der Frage, ob die Landgemeinde wie gewünscht, um die drei Orte erweitert werden darf. Erst im Februar wurde der entscheidende Beschluss gefasst.

Vom Polizisten zum Bürgermeister – den Schritt habe er nicht bereut. Es könnte, meinen Beobachter, nicht der letzte Schritt sein. Klante gehört zu den aussichtsreichsten Kandidaten der CDU für das Rennen um den Landratsposten in drei ­Jahren.

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