Stolpersteine in Mühlhausen wieder fraglich

Deutlich abgelehnt mit 22 Nein- bei 11 Ja-Stimmen wurde Donnerstagabend im Mühlhäuser Stadtrat ein Antrag der Fraktionen Pro Mühlhausen/Grüne und Linke.

Mühlhausen. Der Antrag sah vor, dass die Verwaltung einen Initiativkreis unterstützt, der Stolpersteine in der Stadt verlegt, die an jüdische Opfer des Nationalsozialismus erinnern sollen. Sachlich ausgetauscht wurden dabei die Argumente Für und Wider, Befürworter und Gegner des Kunstprojekts zitiert. Pfarrer Teja Begrich, einem der Organisatoren der Aktion, wurde Rederecht erteilt. Er sagte, wie wichtig es in der jüdischen Theologie sei, an Namen zu erinnern. Bernd Röttig, der Vorsitzende der CDU-Fraktion, will genau das - mit Tafeln auf Augenhöhe.

Für Hans-Heinrich Röttig (FDP) blieb das Fazit, dass eigentlich alle das Gleiche wollen - und ein Dialog im Voraus vielleicht zu einem Konsens hätte führen können. Das sollte für weitere Aktionen eine Lehre sein. Denn einig waren sich die Stadträte, dass die Stolpersteine nur ein Anfang in der Ehrung der Nazi-Opfer in Mühlhausen sein können. Ob die Steine wie geplant im Mai verlegt werden können, blieb gestern Abend offen. Die Verwaltung fordert das Einverständnis von Nachkommen derjenigen, die geehrt werden sollen. Nach Forschungen der Initiatoren gebe es aber keine Verwandten mehr. Wie zu verfahren ist, soll schnell in Gesprächen mit der Verwaltung geklärt werden, kündigten Micha Hofmann (Pro Mühlhausen) und Dirk Anhalt (Linke) an.

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