Südharzer CDU lehnt Bio-Reservat in der Region Südharz-Kyffhäuser ab

Nordhausen  Die Nachteile überwiegen aus Sicht der Nordhäuser Christdemokraten die bisher kaum erkennbaren Vorteile eines Biosphärenreservates.

Carolin Gerbothe und Henry Pasenow lehnen ein Biosphärenreservat ab.

Carolin Gerbothe und Henry Pasenow lehnen ein Biosphärenreservat ab.

Foto: Marco Kneise

Der Nordhäuser CDU-Kreisvorstand hat sich geschlossen gegen ein Biosphärenreservat im Gebiet Südharz/ Kyffhäuser ausgesprochen. Das teilte Geschäftsführerin Christa Biesenbach mit.

Laut Umweltministerium stehen bei Entstehung eines solchen Reservates in den nächsten fünf Jahren 4,5 Millionen Euro zur Verfügung. Mit den finanziellen Mitteln sollen laut Anja Siegesmund (Grüne), Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz, unter anderem die touristische Infrastruktur ausgebaut und eine gemeinsame Marke entwickelt werden.

Damit ist aus Sicht der CDU im Landkreis das Biosphärenreservat bei weitem nicht durchfinanziert. Es gebe weiterhin keinerlei Aussagen, ob und in welcher Höhe weitere benötigte finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden können.

Auch im Biosphärenreservat Rhön sollte das Ziel verfolgt werden, die Region als touristischen Hotspot zu etablieren. „Recherchiert man dazu im Entwurf für das neue Rahmenkonzept Unesco-Biosphärenreservat Rhön aus dem vergangenen Jahr, wird Folgendes beschrieben“, so Biesenbach: Die Themen ‚Unesco-Biosphärenreservat‘ und ‚Dachmarke Rhön‘ wurden bislang nur unzureichend in der Öffentlichkeitsarbeit und Angebotsentwicklung des Rhön-Tourismus‘ entwickelt und kommuniziert. Des Weiteren kommt hinzu, dass sich aktuell und in den zurückliegenden Jahren die Entwicklung von buchbaren und attraktiven Angeboten beispielsweise in den Bereichen Wandern, Radfahren oder Naturerleben aufgrund ungeklärter Zuständigkeiten und offener rechtlicher Fragen als besonders schwierig herausgestellt haben. Diesbezüglich wird das einst prognostizierte Potenzial der Rhön als Unesco-Biosphärenreservat nach wie vor in den zentralen Bereichen ‚Regionalität‘, ‚Nachhaltigkeit‘ und ‚Natur erleben‘ nicht ausgeschöpft.“

Nun stellt sich den CDU-Vorständlern Carolin Gerbothe und Henry Pasenow die Frage, welche Vorteile ein Biosphärenreservat dann in der Region Südharz-Kyffhäuser bieten würde. Antworten hierfür gibt es aus Sicht der CDU bisher nur sehr wenige. Über die Nachteile werde von Seiten des Ministeriums geschwiegen. „Vielleicht wäre es sinnvoll, erst einmal zu schauen, welche Erfolge bisherige Projekte wie der Naturpark Südharz, das Grüne Band oder der Karstwanderweg erzielten“, sind sich Gerbothe und Pasenow einig.

Seit Jahren versuche man, die Region für Touristen attraktiv zu gestalten – aus Sicht der CDU bisher leider vergeblich. Dies werde ein Unesco-Biosphärenreservat allein nicht ändern. Der Tourismus werde nicht kompensieren können, was es an Einschnitten im Bereich Gewerbe sowie der Land- und Forstwirtschaft geben wird. Auch hier spreche die Rhön eine klare Sprache: „Gewerbe zieht sich zurück, Menschen verlassen die Region, und die Entwicklungsmöglichkeiten sind stark eingeschränkt.“ Eine unmittelbare demokratische Kontrolle der Reservatsverwaltung durch die Menschen vor Ort sei zudem vom Konzept „Biosphärenreservat“ nicht vorgesehen.

Nutzung der Heimat ohne Bevormundung

„Niemand möchte in naher Zukunft vor seiner Haustür ein Stück Heimat, welches maximal noch als Gast oder stummer Beobachter betreten werden darf. Die Menschen, die hier leben und arbeiten, sollen die Geschicke vor Ort mitbestimmen. Wir wollen die Menschen unterstützen, eine Möglichkeit zu finden, Nutzung und Schutz in Einklang zu bringen. Ohne unnötige Bevormundung, Naturschutz mit Augenmaß“, so Carolin Gerbothe und Henry Pasenow.

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