Thüringen verliert Bundestagswahlkreis an Bayern

Berlin. Aus Thüringen werden im kommenden Jahr nur noch acht Abgeordnete direkt in den Bundestag gewählt.

Der Plenarsaal des Bundestages in Berlin. Archivfoto: Rainer Jensen

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Eine Sonderauswertung der Länder-Bevölkerungszahlen für die Wahlkreiskommission des Bundes hat die Verschiebung ergeben. Die Daten, die Grundlage für die Entscheidung sein werden, wurden am Mittwoch dem Bundestag übermittelt. Danach verpasst Thüringen den neunten Wahlkreis nur um wenige Einwohner.

Ursprünglich hatte die Wahlkreiskommission in ihrem Hauptgutachten von 2015 noch festgestellt, dass Hessen auf Basis der Bevölkerungsdaten von 2013 einen Wahlkreis an Bayern abgeben muss. Dort hätte es vermutlich den Wahlkreis Main-Kinzig von CDU-Generalsekretär Peter Tauber getroffen. Hessen hatte erst bei der Bundestagswahl 2009 einen Wahlkreis von Mecklenburg-Vorpommern hinzugewonnen. Trotz der bereits absehbar negativen Bevölkerungsentwicklung in Thüringen sprach sich die Kommission vor einem Jahr ausdrücklich dafür aus, dem Freistaat bei der nächsten Bundestagswahl noch einmal neun Wahlkreise zu lassen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizere (CDU) hat die Wahlkreiskommission dennoch außer der Reihe aufgefordert, einen ergänzenden Bericht zur Wahlkreiseinteilung in Thüringen und Hessen auf Basis aktuellerer Bevölkerungszahlen vorzulegen. Laut dem neuen Gutachten schlägt die Kommission vor, den Wahlkreis 194 Gera/Jena/Saale-Holzland-Kreis aufzulösen. Gera sollte demnach dem Wahlkreis 195 (Greiz-Altenburger Land) und Jena dem Wahlkreis 191 (Kyffhäuser / Sömmerda / Weimarer Land I) zugeordnet werden. Neben weiteren Verschiebungen soll der Wahlkreis Eichsfeld / Nordhausen / Unstrut-Hainich I den Kyffhäuserkreis übernehmen.

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