Thüringer Grüne profitieren zunehmend von Bundestrend

Erfurt  In der neuesten Umfrage für die Landtagswahl bleibt die jetzige rot-rot-grüne Regierungskoalition ohne Mehrheit. Aber auch der CDU fehlen stabile Partner jenseits von Linke und AfD. Bei der Direktwahlfrage holt CDU-Oppositionsführer Mike Mohring gegenüber den linken Ministerpräsidenten Bodo Ramelow leicht auf.

Noch ist nicht abzusehen, wer nach der kommenden Wahl die Regierungsmehrheit im Thüringer Landtag haben wird. Archiv-

Noch ist nicht abzusehen, wer nach der kommenden Wahl die Regierungsmehrheit im Thüringer Landtag haben wird. Archiv-

Foto: Bodo Schackow

Vier Monate vor der Landtagswahl in Thüringen am 27. Oktober zeichnet sich nach wie vor keine klare Regierungsmehrheit ab. Laut einer neuen Umfrage des Erfurter Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der Thüringer Zeitungen der FUNKE-Mediengruppe kommt die aktuelle regierende rot-rot-grüne Koalition weiterhin nicht auf eine Mehrheit. Auch eine sogenannte Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen besäße keine Mehrheit. Da die Union eine Zusammenarbeit mit Linke und AfD ausgeschlossen hatte, bliebe als einzig denkbare Variante eine Vierparteien-Koalition aus CDU, SPD, Grünen und FDP.

Wenn bereits an diesem Sonntag Landtagswahl wäre, käme die CDU wie schon im Mai auf 26 Prozent. Die Linke verliert einen Prozentpunkt und liegt jetzt bei 24 Prozent. Die AfD steht stabil bei 20 Prozent. Die SPD rutscht um einen Punkt ab und liegt jetzt mit zehn Prozent auf dem Niveau der Grünen, die zwei Punkte zulegen. Damit profitiert die Öko-Partei offenbar zunehmend vom Bundestrend. Die FDP muss mit gleichbleibenden fünf Prozent weiterhin um die Rückkehr in den Landtag bangen.

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Bei der – rein hypothetischen – Direktwahlfrage holt der Thüringer Oppositionsführer Mike Mohring leicht auf: Bei einer Wahl des Thüringer Ministerpräsidenten würden 17 Prozent für den CDU-Spitzenkandidaten stimmen. Das waren vier Prozentpunkte mehr als im vergangenen Monat. Klar vorne bleibt aber der linke Amtsinhaber Bodo Ramelow mit 39 Prozent. AfD-Chef Björn Höcke käme auf neun Prozent, das wären zwei Prozentpunkte mehr als im Mai. Keinen der Drei würden 23 Prozent wählen (minus 4 Prozentpunkt). Zehn Prozent hatten dazu keine Meinung.

Das Insa-Institut hatte für die repräsentative Erhebung insgesamt 1005 volljährige Thüringer vom 18. bis 24. Juni telefonisch und online befragt.

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