Thüringer Polizisten sollen Sturmgewehre bekommen

Erfurt.  Thüringens Polizei soll für den Antiterrorkampf mit Sturmgewehren aufgerüstet werden, fordern Gewerkschaften und Berufsverbände.

Ein Polizeibeamter der Hessischen Polizei präsentiert im Rahmen einer Anti-Terror-Übung ein neues G38-Gewehr, das zu Übungszwecken mit einem projektillosen Lasersystem ausgerüstet ist. Ab Frühjahr 2020 wird die hessische Polizei mit 1500 neuen Gewehren ausgestattet.

Ein Polizeibeamter der Hessischen Polizei präsentiert im Rahmen einer Anti-Terror-Übung ein neues G38-Gewehr, das zu Übungszwecken mit einem projektillosen Lasersystem ausgerüstet ist. Ab Frühjahr 2020 wird die hessische Polizei mit 1500 neuen Gewehren ausgestattet.

Foto: Arne Dedert / Arne Dedert/dpa

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Die Thüringer Polizei soll für den Antiterrorkampf mit einem Sturmgewehr aufgerüstet werden. Dafür sprechen sich die beiden Gewerkschaften GdP und DPolG sowie der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BdK) aus. Es geht dabei um sogenannte Mitteldistanzwaffen, die auf Entfernungen bis 150 Meter wirkungsvoll treffen.

Anlass für diese Forderung sind mögliche terroristische Bedrohungslagen, ähnlich etwa dem Angriff auf die Zeitschrift „Charlie Hebdo“ im Januar 2015 oder dem Anschlag mit einem Lkw auf die Strandpromenade im französischen Nizza im Juli 2016.

Standard-MPi reicht nicht aus

Für Einsätze in derartigen Situationen reiche die „MPi5“ als aktuelle Standardmaschinenpistole der Polizei nicht aus, heißt es von den Verbänden. Aus diesem Grund rüste beispielsweise Hessen gerade seine Beamten mit 1500 speziell für die Polizei modifizierten Sturmgewehren vom Typ „G 38“ aus.

Zu Monatsbeginn hatte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) nach einer Razzia die Forderung nach einer Mitteldistanzwaffe öffentlich erhoben. Die MPi5 sei nicht mehr ausreichend, erklärte dazu GdP-Landeschef Kai Christ.

Neue Schießplätze für neue Waffen nötig

Auch der BDK-Vorsitzende Mike Hellwig unterstützt das Ansinnen. Er verweist darauf, dass für die neuen Waffen auch Ausbildungsmöglichkeiten wie passende Schießplätze geschaffen werden müssten.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft spricht sich ebenfalls für eine wirkungsvollere Schusswaffe aus. Um einer „unmittelbaren Bedrohung von Leib und Leben auf einer Distanz von circa 150 Metern begegnen“ zu können, betont Landesvorsitzender Jürgen Hofmann.

Die Polizei erarbeite gerade die technischen Parameter, erklärt ein Sprecher des Innenministeriums. Die künftige Bewaffnung solle die MPi5 vollständig ersetzen und zugleich die neuen Anforderungen sogenannter lebensbedrohlichen Einsatzlagen erfüllen. Die Kosten für die neue Schusswaffe solle im einstelligen Millionenbereich liegen.

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