Tiefensee schlägt Familienkarte für den Urlaub in Thüringen vor

Erfurt.  Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) will Familienurlaub in Thüringen fördern. Er sieht darin einen Doppeleffekt.

Den Vorschlag Urlaub in Deutschland generell zu fördern, etwa durch ein Gutscheinmodell, unterstützt Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) nicht.

Den Vorschlag Urlaub in Deutschland generell zu fördern, etwa durch ein Gutscheinmodell, unterstützt Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) nicht.

Foto: Bodo Schackow / dpa

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) will Familienerholung und -urlaub in Thüringen fördern. Es sollte vor allem bedürftigen Familien geholfen werden, die in der Corona-Krise besonderen Belastungen ausgesetzt seien und Erholung dringend nötig hätten, erklärte Tiefensee am Dienstag auf Anfrage in Erfurt. Das könnte über eine thüringenweite Familienkarte nach dem Vorbild des Erfurter Familienpasses erfolgen.

Tiefensee sieht darin einen Doppeleffekt: Die Förderung von Familienurlaub könnte ein zusätzlicher Impuls für die gebeutelte Tourismuswirtschaft im Freistaat sein. Der Arbeitskreis Thüringer Familienorganisationen habe dafür bereits Ideen entwickelt. „Das ist aus meiner Sicht allemal sinnvoller und effizienter als ein einmaliges Familiengeld, wie es die CDU in der Diskussion um das Mantelgesetz vorgeschlagen hat“, äußerte Tiefensee.

Generelles Gutscheinmodell abgelehnt

Denkbar sei auch die Ausweitung eines Förderprogramms des Sozialministeriums zur direkten Unterstützung der Familienerholung im Freistaat. „Der Etat dafür müsste erhöht und das Programm über einige anerkannte Erholungsstätten hinaus auch für kleine Pensionen und Unterkünfte geöffnet werden“, erklärte der SPD-Politiker.

Den Vorschlag des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), generell Urlaub in Deutschland zu fördern, etwa durch ein Gutscheinmodell, unterstützte Tiefensee nicht. „Das wäre vor allem teuer für den Steuerzahler und hätte hohe Mitnahmeeffekte.“

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