Überraschendes zur Wahl: 100-Prozent-Ergebnisse, Partei-Hochburgen, erfolglose Berufspolitiker

Erfurt  100-Prozent-Ergebnisse, ein nicht nominierter Überraschungssieger, oft erfolglose Landtagsabgeordnete: Die Kommunalwahlen in Thüringen sorgten für Überraschungssieger, aber auch lange Gesichter.

Ein Schild mit der Aufschrift «Wahlraum» hängt am Tor zu einem Wahllokal.

Ein Schild mit der Aufschrift «Wahlraum» hängt am Tor zu einem Wahllokal.

Foto: Bodo Schackow

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Im Zahlenwust der Kommunalwahlergebnisse in Thüringens Kreisen, Städten und Gemeinden finden sich reichlich Trends, Überraschungen und für sich stehende Einzelresultate. Eine Wahlnachlese:

Die Hochburgen der CDU

Bei den Landrats- und Oberbürgermeisterwahlen blieb das Eichsfeld die Hochburg der CDU mit 82,2 Prozent für den langjährigen Landrat Werner Henning. Sein Sömmerdaer Amtskollege Harald Henning erzielte 97,8 Prozent ohne Gegenkandidaten.

Wo die anderen Parteien punkteten

Die von der Linke nominierte Petra Enders wurde mit 53,6 Prozent zur Landrätin des Ilm-Kreise wiedergewählt. Das beste SPD-Ergebnis erzielte mit 57,2 Prozent Antje Hochwind im Kyffhäuserkreis. Bei der AfD schlugen 29,8 Prozent von Robert Sesselmann im Kreis Sonneberg und für die FDP 26,9 Prozent von Thomas Nitzsche in Jenazu Buche. Das beste Grünen-Ergebnis stammt von Jan Kreyßig mit 15,2 Prozent aus Weimar.

100-Prozent-Ergebnisse

Bei Gemeindeergebnissen kam die CDU zwölf Mal auf 100 Prozent in Orten mit maximal 624 Einwohnern. Auf Linke-Hochburgen auf Gemeindeebene verwiesen sieben Ergebnisse mit mehr als 60 Prozent, darunter 62,5 Prozent in der Universitätsstadt Ilmenau. Die SPD überschritt die 60-Prozent-Marke in 37 Orten. Bester Wert waren 80,7 Prozent in Heroldishausen (Unstrut-Hainich-Kreis). Die AfD holte bei den Landratswahlen in vier Gemeinden mehr als 40 Prozent mit Tonna (Kreis Gotha) als Spitzenreiter (43,3 Prozent).

Der Überraschungssieger

In Gräfenthal (Kreis Saalfeld-Rudolstadt) stand Gerhard Scheufler, nominiert von Feuerwehr/Bürgerinitiative, als einziger Kandidat auf dem Stimmzettel - zwei Drittel der Wähler schrieben aber den Namen von Wolfgang Wehr auf.

Kaum Landespolitiker erfolgreich

In Erfurt kamen die zwei Landtagsabgeordneten Stefan Möller (AfD) und Karola Stange (Linke) ebenso wenig in die OB-Stichwahl wie Diana Skibbe (Linke) bei der Bürgermeisterwahl in Zeulenroda-Triebes. Dort erreichte der CDU-Abgeordnete Volker Emde mit 26,5 Prozent als Zweitplatzierter die Stichwahl. In Gera scheiterte Landtags-Vizepräsidentin Margit Jung (Linke) bei der OB-Wahl und landete mit 13,3 Prozent auf Platz fünf. Bei der Bürgermeisterwahl in Sondershausen musste sich die Grünen-Landtagsabgeordnete Babett Pfefferlein mit 2,7 Prozent und dem letzten Platz im Feld der sieben Kandidaten begnügen. SPD-Landesgeschäftsführer Michael Klostermann kostete in Eisenach mit 19,3 Prozent OB Katja Wolf (Linke/47,4 Prozent) einen direkten Wahlsieg und steht ihr nun am 29. April in der Stichwahl gegenüber.

Tücken der Stimmabgabe

Die höchste Quote ungültiger Stimmzettel bei Landrats- und Oberbürgermeisterwahlen mit mehr als einem Kandidaten verzeichnete der Wartburgkreis mit 2,66 Prozent vor dem Unstrut-Hainich-Kreis (2,34 Prozent), dem Kreis Schmalkalden-Meiningen (2,05 Prozent) und dem Eichsfeldkreis (1,95 Prozent). Die wenigsten Stimmzettel waren ungültig in Jena (0,57 Prozent) und Erfurt (0,67 Prozent).

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