Umfrage zur Landtagswahl: Linke immer deutlicher vor CDU – AfD mit Höchstwert

Erfurt  Grüne und Sozialdemokraten verlieren laut der neuesten Erhebung, während die AfD ihre höchsten Wert bisher erhält. Damit steuert Thüringen in die Unregierbarkeit.

Eine Fortsetzung der rot-rot-grünen Koalition ist weiterhin völlig ungewiss. Symbol-

Eine Fortsetzung der rot-rot-grünen Koalition ist weiterhin völlig ungewiss. Symbol-

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Knapp sechs Wochen vor der Thüringer Landtagswahl am 27. Oktober baut die Linke unter Ministerpräsident Bodo Ramelow ihre Führung in den Umfragen aus. Gleichzeitig erscheint eine Fortsetzung der rot-rot-grünen Koalition weiterhin völlig ungewiss, da die bisherigen Regierungspartner verlieren. Auch eine Mehrheit unter Führung der CDU ist nicht in Sicht.

Laut einer neuen repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts infratest-dimap im Auftrag des MDR käme die Linke auf 28 Prozent, das sind drei Punkte mehr als zuletzt im Juli. Die CDU stabilisiert sich auf niedrigem Niveau bei 22 Prozent (plus 1 Prozentpunkt). Die AfD erzielt mit 25 Prozent ihr bestes Umfrageergebnis in Thüringen überhaupt.

Die gute Nachricht für CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring: Der Landes- und Fraktionschef kann seine persönlichen Beliebtheitswerte um sechs Punkte auf 51 Prozent deutlich erhöhen. Regierungschef Ramelow stagniert bei 65 Prozent.

Die SPD verliert nochmals einen Punkt und landet bei ihrem historischen Tiefststand von 7 Prozent. Auch die Konjunktur der Grünen schwächelt: Die Partei liegt nur noch bei 8 Prozent, das ist ein Minus von drei Prozentpunkten.

Damit kommen Linke, SPD und Grüne gemeinsam nur auf 43 Prozent. Falls die FDP, der gleichbleibend 5 Prozent vorhergesagt werden, es Ende Oktober zurück in den Landtag schafft, hätte die bisherige Koalition definitiv keine Mehrheit im Landtag mehr.

Auf der anderen Seite reicht es aber auch nicht für eine Koalition unter Führung der CDU, da sie Bündnisse mit Linke oder AfD kategorisch ausgeschlossen hat. Eine Vier-Parteien-Koalition von Union, Grünen, SPD und FDP käme nur auf 42 Prozent.

Grund ist, dass AfD und Linke inzwischen einen Block von insgesamt 53 Prozent bilden – und damit alle Bündnisse jenseits von ihnen blockieren. Einzige Alternative wäre eine Minderheitsregierung unter Führung der Linken oder der CDU. Ministerpräsident Ramelow hatte diese Option zuletzt immer wieder ins Gespräch gebracht.

Aber noch erscheint alles offen. In der jüngsten Umfrage des Erfurter Insa-Instituts im Auftrag dieser Zeitung kam die Linke Mitte August auf 26 Prozent, gefolgt von der CDU mit 24 Prozent und der AfD mit 21 Prozent. Die Grünen erhielten 11 Prozent und die Sozialdemokraten 9 Prozent, während es die FDP mit vier Prozent nicht im Landtag säße. Bei dieser Konstellation würde es knapp für eine rot-rot-grüne Mehrheit reichen.

Für die aktuelle Umfrage hat infratest-dimap zwischen dem 10. und 14. September rund 1000 Wahlberechtigte in Thüringen telefonisch befragt. Die Schwankungsbreite bei der Prognose liegt je nach Höhe des Parteiergebnisses zwischen 1,4 und 3,1 Prozentpunkten.

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