Wegen Höcke-Zitat: AfD will Theater Erfurt die Mittel kürzen

Erfurt.  In einer Theater-Pause werden ein Höcke-Spruch und ein Hitler-Zitat an den Vorhang projiziert. Ein AfD-Stadtrat will das Theater dafür bestrafen.

Die „Lohengrin“-Oper feierte am 8. Februar Premiere im Theater Erfurt.

Die „Lohengrin“-Oper feierte am 8. Februar Premiere im Theater Erfurt.

Foto: Lutz Edelhoff/Theater Erfurt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der AfD-Stadtrat Marek Erfurth will dem Theater Erfurt Mittel kürzen, weil ihm eine Vorhang-Projektion in der Pause der Lohengrin-Oper nicht behagt. „Ich bzw. wir als AfD-Stadtratsfraktion behalten uns weitere Schritte bezüglich dieses Verhaltens der Theaterleitung und der Größe des zukünftigen Haushaltspostens vor“, schrieb er auf seiner öffentlich einsehbaren Facebook-Seite.

Die Projektion in der ersten Pause stellt Zitate von Adolf Hitler und Thüringens AfD-Chef Björn Höcke gegenüber. Nach der Darstellung Marek Erfurths erläuterte ihm die Theaterleitung auf Nachfrage die Motivation für die Auswahl der Zitate und den Zusammenhang zur Oper. Diese Erläuterung wies der AfD-Stadtrat aber zurück und nannte die Projektion „Agitation“.

Erfurts Kulturausschuss-Chef Wolfgang Beese (SPD) kritisiert die Äußerungen Erfurths scharf. Die Stadt sei als Träger des Theaters gut beraten, sich nicht in dessen künstlerische Belange einzumischen. „Die Kunst ist frei“, betont Beese. Die Drohung, dem Theater Mittel zu kürzen, sei „dreist, anmaßend und ganz und gar inakzeptabel“. Der Ausschuss-Chef fordert die AfD-Fraktion auf, sich von den Äußerungen zu distanzieren und Erfurth aus dem Kulturausschuss zurückzuziehen.

Die AfD hat sieben der 50 Stadtrats-Sitze. Für einen Haushaltsbeschluss sind mindestens 26 Stimmen erforderlich.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren