Wettbewerb Zukunftsstadt: Nordhausen mit seiner Vision dabei

Nordhausen. Wie sieht die Stadt von morgen aus? Um diese Frage geht es im Wettbewerb „Zukunftsstadt“, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Wissenschaftsjahr 2015 startet.

52 ausgewählte Städte, Gemeinden und Landkreise entwickeln dafür gemeinsam mit Bürgern, Wissenschaft, lokaler Politik, Wirtschaft und Verwaltung eine ganzheitliche und nachhaltige Vision 2030+ für ihre Kommune.

In Dresden gab heute Bundesforschungsministerin Johanna Wanka die Namen der 52 geförderten Kommunen bekannt - auch Stadt Nordhausen ist dabei. „Der gemeinsame Antrag der Hochschule Nordhausen und der Stadt Nordhausen hat überzeugt“, freut sich Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh. Die Stadt Nordhausen beabsichtigt, Vorreiter des energetischen Wandels in Thüringen zu werden. Die im Antrag avisierte Vision „ModellStadtRegion für energetischen Wandel“ fußt auf verschiedenen Säulen: auf dem durch den Stadtrat beschlossenen Integrierten KIimaschutzkonzept, dem in Fortschreibung befindlichen Integrierten Stadtentwicklungskonzept sowie der Projektskizze und Kandidatur der Hochschule Nordhausen zur Internationalen Bauausstellung „Pfade durch die Energie-Kultur-Landschaft / ein Stadtumbaulabor“.

Damit die Vision Realität wird, muss sie von Nordhäuser Bürgerinnen und Bürgern mit getragen werden. Daher soll in verschiedenen Werkstätten gemeinsam mit Bürgern und Interessenvertretern über die Vision diskutiert und mögliche Maßnahmen erörtert werden. „Wir hoffen auf eine hohe Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, wie wir sie auch im Bürger- und Akteursgremium zum Leitbild Nordhausen 2030 im Rahmen der Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes hatten. Einzelne Themen, die bereits in diesem Gremium formuliert wurden, sollen in den anstehenden Werkstätten inhaltlich vertieft werden“, erläutert Zeh.

Angedacht sind derzeit drei Themenschwerpunkte: Zum einen, was können jeder Einzelne bzw. die Nordhäuser Bürgerinnen und Bürger gemeinschaftlich tun, um Energie einzusparen. Ein weiteres Thema soll die Gestaltung einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Mobilität sein. Mit den Bürgern soll diskutiert werden, wie diese in Nordhausen und dem ländlich geprägten Umland aussehen kann. Welche umweltfreundlichen Mobilitätsformen können von den Verkehrsteilnehmern akzeptiert und angenommen werden, welche nicht? Darüber hinaus soll sich dem Thema energetischer Stadtumbau mit den Bürgern genähert werden.

Hier geht es um den quartiers- oder nachbarschaftsbezogenen Ansatz zur regenerativen Energie- und Wärmeversorgung unter Berücksichtigung auch der baukulturellen Aspekte. Unterstützen wird uns dabei in den nächsten 9 Monaten unser Medienpartner: die Thüringer Allgemeine mit Herrn Thomas Müller sowie die Nordhäuser Jugendkunstschule. „Wir werden jetzt mit unserem wissenschaftlichen Partner Hochschule Nordhausen die Inhalte sowie den zeitlichen Ablauf konkretisieren und in Kürze die Bürger über die nächsten Schritte informieren und zur Mitwirkung aufrufen.“ so Zeh weiter.

Bundesweit konnten sich bis zum 27. März 2015 Städte, Gemeinden und Landkreise mit einem Konzept für die Entwicklung einer nachhaltigen Vision 2030+ bewerben. 52 Kommunen wurden nun von einer unabhängigen Expertenjury aus 168 Bewerbungen ausgewählt. In der ersten Phase des Wettbewerbs während des Wissenschaftsjahres 2015 - Zukunftsstadt werden die Kommunen im Bürgerbeteiligungsprozess eine Vision mit dem Zeithorizont 2030+ für ihre Kommune entwickeln und Handlungs- bzw. Umsetzungs-vorschläge erarbeiten. 1,75 Millionen Euro stellt das BMBF dafür insgesamt bereit. In der zweiten Phase ab 2016 prüfen bis zu 20 ausgewählte Kommunen diese Vorstellungen wissenschaftlich und erarbeiten ein umsetzungsreifes Konzept. In der dritten Phase ab 2018 werden schließlich bis zu acht ausgewählte Kommunen erste innovative Ideen in so genannten „Reallaboren“ in die Praxis umsetzen.