Wettbewerb „Zukunftsstadt“: Nordhausen will ganz weit kommen

Nordhausen. Es ist die Möglichkeit für alle, die mit der Entwicklung der Stadt hadern. Es ist die Chance für alle, die sich in Internetforen heiß reden. Es ist auch die Plattform für die Mitglieder des Stadtrates, mit den potenziellen Wählern ins Gespräch zu kommen. Ohne Kulis, Luftballons und Fähnchen.

Die Stadt Nordhausen will im Wettbewerb „Zukunftsstadt“ ganz weit kommen. Denn am Ende winkt Geld für Projekte. Archiv-Foto: Roland Obst

Die Stadt Nordhausen will im Wettbewerb „Zukunftsstadt“ ganz weit kommen. Denn am Ende winkt Geld für Projekte. Archiv-Foto: Roland Obst

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Doch wie wird der neue Wettbewerb am Ende von den Nordhäusern begleitet? Diese Frage stellen sich Petra Diemer und Martin Juckeland von der Stadtverwaltung und ihr Chef, Oberbürgermeister Klaus Zeh (CDU).

„Zukunftsstadt“, so heißt der Wettbewerb. 168 Städte haben sich dafür beworben, 51 sind weitergekommen, darunter Nordhausen. Das sei, sagt Klaus Zeh optimistisch, schon ein kleiner Erfolg. Doch er wünscht sich, auch in die nächste Runde zu rutschen. Dann dürfen noch 20 Städte auf viel Geld aus Berlin hoffen. Am Ende, 2018, sollen acht Kommunen übrig bleiben. Sie werden Projekte für den energetischen Stadtumbau umsetzen können.

„Bis dahin ist es ein weiter Weg“, weiß Martin Juckeland. Er soll mit möglichst vielen Bürgern bestritten werden. Als zuletzt das Stadtentwicklungskonzept erarbeitet wurde, traute sich das Rathaus schon einmal offensiver daran, mit Bürgern zusammenzuarbeiten. Doch allein das Wort Akteursgremium für die Runden, in denen sich jene Bürger trafen, schreckt die Allgemeinheit ab.

So sind es oft dieselben, die am Ende mitreden wollen und dürfen. Das zeigte auch die Abschlussveranstaltung. Im Bürgerhaus mochte sich kaum ein Bürger einfinden, der sich für die Ergebnisse des Prozesses interessierte. Auch Stadträte waren kaum anwesend. Dabei haben sie am Ende zu entscheiden. Was wiederum viele Akteure stört, denn ob ihre Ideen und Vorschläge gehört werden, wissen sie nicht.

Nun soll die Arbeit mit den Menschen der Stadt und ihrer Ortsteile noch intensiver werden, kündigt Petra Diemer an. Schon kommenden Dienstag sind die Nordhäuser ins Bürgerhaus eingeladen. Das Ziel: gemeinsam zu überlegen, wie die Kreisstadt die Klimawende bewältigen kann. Dazu gehört ein ganz handfestes Thema: der Stadtumbau.

Fritjof Mothes wohnt in Leipzig. Er hat solche Wettbewerbe schon öfter begleitet und soll nun auch in Nordhausen möglichst viele Personen aktivieren. „Der Auftakt am Dienstag wird keine Frontalveranstaltung“, versichert er und hat damit wohl schon aus der jüngsten Erfahrung gelernt. „Nein, wir legen gleich los und werden in Gruppen diskutieren, auf welchen Weg wir uns begeben wollen.“

Auftakt am 27. Oktober im Bürgerhaus

Es folgen am 25. November, 28. Januar und 22. Februar Werkstätten. Weniger Personen und hoffentlich einen großen Schatz an Ideen erhofft sich Martin Juckeland vom Amt für Zukunftsfragen von diesen Treffen. Dann wird unter anderem die Frage gestellt, wie sich der öffentliche Personenverkehr zwischen Stadt und Land künftig bewerkstelligen lässt.

Einen Elektrobus gab es in Nordhausen nur für wenige Monate. Noch fahren alle Busse mit Diesel. Geht das anders? „Sicher“, meint Oberbürgermeister Zeh. Aber nur verbunden mit der Frage, was dies alles kostet. Und wer es bezahlt. Ja, auch diese Gedanken müssen in den Diskussionen zugelassen sein. Was nützen Visionen ohne den Anspruch der Machbarkeit?

Unsere Zeitung hat sich für den Wettbewerb als Medienpartner zur Verfügung gestellt. Wir werden berichten.

Auftaktveranstaltung „Zunkunftsstadt“ am 27. Oktober, 18.30 Uhr, im Bürgerhaus Nordhausen