Wieder Hunderte bei Demonstrationen für und gegen Sügida

Gegen die dritte Kundgebung des Thüringer Pediga-Ablegers Sügida sind am Montag in Suhl nach Angaben der Polizei etwa 500 bis 600 Demonstranten auf die Straße gegangen.

Die erste Sügida-Demonstration am 12. Januar auf dem Suhler Marktplatz. Archiv-Foto: Sascha Fromm

Die erste Sügida-Demonstration am 12. Januar auf dem Suhler Marktplatz. Archiv-Foto: Sascha Fromm

Foto: zgt

Suhl. Am parallelen Sügida-Aufzug hätten sich etwa 800 bis 900 Menschen beteiligt, sagte ein Sprecher der Landespolizeiinspektion Suhl. Zwischenfälle wurden nicht gemeldet. Die Polizei war mit fast 500 und damit wesentlich mehr Beamten vor Ort als bei den ersten beiden Sügida-Kundgebungen.



Der Thüringer Verfassungsschutz hält den einzigen Pegida-Ableger im Freistaat, der aktuell zu Kundgebungen aufruft, für von Rechtsextremen organisiert und gesteuert. Sügida steht für "Südthüringer gegen die Islamisierung des Abendlandes".



Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, erklärte in Gera, aus seiner Sicht habe der Zulauf für die islamkritische Pegida-Bewegung und deren Ableger in einigen ostdeutschen Städten mit der DDR-Vergangenheit dieser Regionen zu tun. "Da spielt mangelnde Erfahrung mit Weltoffenheit und Freiheit eine große Rolle, aber auch soziale Unsicherheit", hatte Jahn gesagt. Zudem hätten die Bürger in den neuen Bundesländern 1989/90 eine wichtige Erfahrung gemacht, die bei den Demonstrationen bis heute mitwirke: "Es lässt sich etwas bewegen, wenn Menschen als große Gruppe auf die Straße gehen."