„Wir sind da! Wir beobachten das!“ Freie Schulen Thüringen protestieren in Erfurt

Erfurt. In Erfurt haben am Dienstag Schüler und Lehrer der freien Schulen in Thüringen gegen einen Gesetzentwurf der Landesregierung protestiert.

Derzeit arbeitet die Landesregierung an einem Gesetz, das regelt, wie hoch die Zuschüsse künftig ausfallen sollen. Foto: Marco Kneise

Derzeit arbeitet die Landesregierung an einem Gesetz, das regelt, wie hoch die Zuschüsse künftig ausfallen sollen. Foto: Marco Kneise

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Mit einer Protestaktion vor der Staatskanzlei haben am Dienstag Schüler und Vertreter der freien Schulen in Thüringen ihren Widerstand gegen einen geplanten Gesetzentwurf gezeigt und für mehr Unterstützung der Landesregierung geworben. Etwa 800 Menschen waren gekommen, um sich der Veranstaltung anzuschließen und ein Zeichen zu setzen.

Wie Andreas Kieselbach, ein Vertreter der Landesarbeitsgemeinschaft „Freie Schulen in Thüringen“ im Gespräch mit der Thüringer Allgemeinen (Onlineausgabe) mitteilte, sollte mit der Demonstration auf die Situation der freien Schulen aufmerksam gemacht werden. Durch das geplante Gesetz gehe die Schere zwischen staatlichen und freien Schulen immer weiter auseinander.

Die Zahlungen des Landes an die Bildungseinrichtungen gingen immer weiter zurück und die Kosten würden steigen. Diese Entwicklung habe zur Verschlechterung der Lernbedingungen für die Schüler, der Arbeitssituation für die Lehrkräfte und zur stärkeren Belastung der Elternhäuser freier Schulen geführt, sagte Kieselbach. Insbesondere kleinere Schulen bekämen immer größere Probleme. Durch das geplante Gesetz kämen diese schlechter weg, als größere Bildungseinrichtungen, die einen besseren Stand haben, hieß es weiter.

Angst vor Schulschließungen

Deshalb auch der Protestaufruf der Landesarbeitsgemeinschaft. Mit einer Bühne, Musik und zahlreichen Reden von Politikern und Schulvertretern wurde auf die Sorgen der betroffenen Lehrkräfte und Träger aufmerksam gemacht. „Die Angst vor Schulschließungen gibt es schon“, sagte Kieselbach. „Kleine Träger müssen dreimal hinschauen, denn so eine Gesetzesänderung hat gravierende Auswirkungen.“

Laut Kieselbach hat der Protest auch direkt erste Früchte getragen: „Es gab eine Gesprächsrunde mit Bildungsministerin Klaubert. Die Betroffenen Lehrer und Träger konnten auf ihre Bedenken hinweisen und zeigen: Wir sind da! Wir beobachten das!“

Es soll noch mehrere Gespräche geben. Durch den Protest sei den Politikern die Problematik deutlicher geworden, dass auch Details des geplanten Gesetzes beachtet werden müssen.

„Wichtig ist, dass die Schulen wahrgenommen werden“, sagte Andreas Kieselbach. „Das Ministerium hat signalisiert, das Veränderungswille vorhanden ist. Doch es wird wohl noch viel Wasser die Gera hinunterfließen, bis die freien Schulen aufatmen können.“

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