Womöglich Anschlag auf AfD-Mann Anton Friesen in Thüringen verübt

Zella-Mehlis  Die Radbolzen am Auto des Bundestagsabgeordneten wurden gelöst. Fraktionschef Björn Höcke spricht von einem „Mordanschlag“ und verlangt eine Reaktion von Ministerpräsident Bodo Ramelow.

Anton Friesen wurde 2013 AfD-Mitglied und arbeitet seit 2015 als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die AfD-Landtagsfraktion in Thüringen.

Anton Friesen wurde 2013 AfD-Mitglied und arbeitet seit 2015 als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die AfD-Landtagsfraktion in Thüringen.

Foto: AfD

Die Suhler Polizei ermittelt nach einem möglichen Anschlag auf den Bundestagsabgeordneten Anton Friesen (AfD) aus Thüringen. Friesen hatte am Donnerstagabend einen Bürgerdialog in Südthüringen veranstaltet. Er, sein Mitarbeiter und eine weitere Person fuhren danach mit dem Auto davon. An diesem Fahrzeug seien an allen vier Rädern die Radbolzen gelöst gewesen, teilte der Abgeordnete selbst auf Nachfrage dieser Zeitung mit.

Friesen zeigte sich schockiert: „Wir alle hätten tot sein können.“ Er geht von einem „linksextremistischen Anschlag“ aus, der eine neue Dimension der Gewalt darstelle.

Die Suhler Polizei bestätigte dieser Zeitung, dass Ermittlungen zu dem Vorfall geführt würden und der Staatsschutz diese übernommen habe. Ein möglicher politischer Hintergrund werde schon deshalb besonders geprüft, weil ein Politiker betroffen ist.

Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke spricht derweil von einem „Mordanschlag“ auf seinen Parteikollegen, der von Beginn an als Referent zur Thüringer Landtagsfraktion gehörte bevor er im vergangenen Jahr in den Bundestag einzog. Höcke geht schon deshalb von einem „feigen Mordanschlag“, weil hier mit Bewusstsein eine Handlung ausgeführt wurde. Er erwarte, so Höcke, „dass der Herr Ministerpräsident Ramelow diesen Mordanschlag deutlich bewertet“.

Bei aller politischen Auseinandersetzung dürfe es nicht zu derartigen Taten kommen, sagte Höcke.