Workshop in Nordhausen: Starkes Interesse an energetischem Wandel

Nordhausen. Mehr als 50 Mitwirkende nahmen am ersten Workshop im Rahmen des Bundeswettbewerbs "Zukunftsstadt" am Mittwochabend im Ratssaal des Nordhäuser Bürgerhauses teil.

Interessenten aus den unterschiedlichsten Bereichen und Berufen, Studenten, Beamte, Stadträte, Bürger und Bürgermeister trafen sich zur Frage: Wie können wir gemeinsam die energetische Wende durch gemeinsames Handeln gestalten?

Über eine "perfekte Runde" freuten sich die Moderatoren des Büros StadtLabor aus Leipzig, die im Zuge dreier Workshops zu konkreten Projekten und Umsetzungen kommen wollen. Schließlich ist das Projekt ein Wettbewerbsbeitrag und nur die besten acht teilnehmenden Städte können auf Fördermittel hoffen. Nordhausens Chancen stehen dabei sehr gut, denn mit mehreren Studiengängen in genau diesem Themenfeld ist die einheimische Hochschule bestens präpariert, wirkliche Innovationen zu kreieren.

Noch sind über 40 Konkurrenten aus dem Felde zu schlagen, aber die illustre Runde im Ratssaal, die so groß war, dass sie gar nicht mehr um den runden Tisch passte, hat sich viel vorgenommen. In drei Arbeitsgruppen ging es nach kurzen Input-Referaten um gemeinsames Investieren, gemeinsames Verändern und gemeinsames Motivieren.

Die Messlatte liegt hoch für die Akteure und ihre Ziele sind äußerst ambitioniert. Auf der Grundlage des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes 2030 will die Stadt Nordhausen den Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch auf 100% und den Anteil der erneuerbaren Energien an der Wärmebereitstellung bis 2030 auf 30% steigern. Eine umweltfreundliche und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähige Mobilität soll Nordhausen mit den umliegenden Gemeinden verbinden und auf verschiedenen Ebenen ein energetischer Stadtumbau mit dem Blick auf die Stadt-Land- Dimension erreicht werden.

Viel Arbeit, die auf alle Veränderungswilligen wartet, denn mit der Idee allein ist es nicht getan und die Umsetzung hat das große Problem, dass sie Geld kosten wird. Am 18. Januar und am 22. Februar werden sich die Entwickler wieder treffen und am 14. März präsentieren sie die Ergebnisse in einem öffentlichen Abschlussforum. Der hohe Prozentsatz von involvierten Studierenden und Lehrenden der Nordhäuser Hochschule legt die Vermutung nahe, dass es zu brauchbaren Ergebnissen kommen wird.

Auch die Mitwirkung von Architekten, Vermietern, Kraftverkehrsleitern oder hochrangigen Vertretern beider Nordhäuser Wohnungsbaugesellschaften ist ein gutes Zeichen für diese Zukunftsvision. Im städtischen Amt für Zukunftsfragen wird man sich freuen über so viel Engagement.