40 Jahre Ehrenamtsrüste auf der Burg Bodenstein

Erika Herzel als Zimmerkoordinatorin der Ehrenamtsrüste auf der Burg Bodenstein im Einsatz.

Erika Herzel als Zimmerkoordinatorin der Ehrenamtsrüste auf der Burg Bodenstein im Einsatz.

Foto: Regina Englert

Eichsfeld.  Veranstaltung wird durch die Propstei Eisenach-Erfurt beendet

Das Team, die Gemeinschaft, die vielen Lebensgeschichten, die lustigen Abende im Burgkeller – diese Begriffe sprudeln aus Erika Herzel heraus, wenn es um die Ehrenamtsrüste, früher Ältestenrüste, auf Burg Bodenstein geht. Seit 40 Jahren fährt die 74-Jährige aus dem Kirchenkreis Südharz auf die Burg. Seit 20 Jahren ist sie fester Bestandteil des Organisationsteams. „Die Rüste ist mein Zuhause“, erklärt sie und korrigiert tapfer: „War.“ Das Team hat beschlossen, diese Veranstaltung zu beenden.

Schwer fällt es dem Team. Und doch haben Erika Herzel, Lutz Albrecht, Bärbel Treutler, Annemarie Täubig, Steffi Schumann, Kristin Hattenhauer und Pfarrer Thomas Reim die Einsicht gewonnen, dass es finanziell immer schwieriger wird und die Ansprüche immer höher werden. Unter den Teilnehmern sind auch viele nicht mehr in der ehrenamtlichen Kirchenleitung aktiv. „Älteste“ zuzurüsten, das war das ursprüngliche Ziel, als die Rüste, noch vor Herzels Zeit, aus der Männerarbeit hervorging.

Inzwischen geschieht Zurüstung auf verschiedenen Ebenen

Heute geschieht diese Zurüstung auf verschiedenen Ebenen. Gemeindekirchenratsvorsitzende treffen sich zweimal jährlich zum Austausch. Regionalbeiräte entstehen gerade, um den Informationsfluss zu fördern, Frauen kommen zum Oasentag zusammen. Es gab Zeiten, da war dieser Austausch kompliziert. Erika Herzel erzählt, dass die Rüste zu DDR-Zeiten eine wichtige Möglichkeit gewesen sei, als Ehrenamtliche aktuelle Hintergrundinformationen von der Kirchenleitung zu bekommen. Ob sie sich eine neue Aufgabe sucht, verneint Erika Herzel und sagt tapfer: „Alles hat seine Zeit, und eine neue Tür wird aufgehen.“