Aktive Freizeitgestaltung im Eichsfeld für die Generation 60 Plus

Daniel Wiegand
| Lesedauer: 4 Minuten
Die Angebote in der Worbiser Seniorengruppe "Treff 60 Plus" sind vielfältig. Montags ist Spielenachmittag. Es wird Rommé, Canasta und Skat gespielt. Zur "Würfelgruppe" gehören Marita Liske und Ischi und Rolf Schaub (von rechts).

Die Angebote in der Worbiser Seniorengruppe "Treff 60 Plus" sind vielfältig. Montags ist Spielenachmittag. Es wird Rommé, Canasta und Skat gespielt. Zur "Würfelgruppe" gehören Marita Liske und Ischi und Rolf Schaub (von rechts).

Foto: Eckhard Jüngel

Worbis.  Die Worbiser Seniorenclubs „Treff 60 Plus“ und „Harmonie“ verweisen auf aktives und abwechslungsreiches Vereinsleben. Die im Heimatcheck geäußerte Kritik kann man hier nicht nachvollziehen.

Im Heimatcheck dieser Zeitung stand in der vergangenen Woche die Seniorenfreundlichkeit im Landkreis Eichsfeld im Fokus. Dabei bemängelte ein Leser, dass es beispielsweise in Worbis keinen angemessenen Treff für Senioren gebe.

„Das kann ich so nicht stehen lassen“, zeigt sich Martha Weigel empört. Die 78-jährige Worbiserin war 13 Jahre lang Vorsitzende des örtlichen Seniorenvereins „Treff 60 Plus“ und ist jetzt noch als beratendes Mitglied dort aktiv. „Es gab in Worbis schon zu DDR-Zeiten und auch danach Seniorenvereine.“ Es seien ursprünglich drei gewesen. Der Verein unter dem Schirm der Volkssolidarität sei inzwischen aufgelöst. Die beiden verbliebenen sind der Seniorenclub „Harmonie“ und eben jener „Treff 60 Plus“.

Bis zum Jahr 2006 hatte Weigel einen Textil- und Geschenkladen in der Stadt. Als sie diesen gesundheitsbedingt aufgeben musste, gründete sie gemeinsam mit Manfred Klaus den Seniorenverein. „Da steckt mein Herzblut drin, deshalb kann ich es so nicht stehen lassen, dass sich in Worbis angeblich nichts tut“, sagt Weigel. Auf dem Tisch vor ihr liegt ein dicker Aktenordner, gefüllt mit Dokumenten und Bildern aus dem Vereinsleben. Dabei ist man darauf bedacht, den Senioren ein abwechslungsreiches Programm anzubieten.

Gesellige Treffen, aber auch Trost und Hilfe

„Montags haben wir eine Spielerunde. Da gibt es Doppelkopf, Skat, Rommé oder Würfelspiele. Da sind etwa 20 bis 25 Leute da. Dienstags trifft sich die Wandergruppe, und es kann Tischtennis gespielt werden. Mittwochs gibt es ein Angebot nach Absprache, und donnerstags gibt es Handarbeit und eine Kaffeerunde mit Gesprächen und Austausch. Da kommen auch immer regelmäßig etwa 30 Leute“, so die Worbiserin. Die Senioren treffen sich in einer barrierefreien Begegnungsstätte, die in den Räumlichkeiten der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft (Gewog) in der Medebacher Straße untergebracht ist. „Wir haben auch einen guten Draht zur Stadtverwaltung, die uns ebenfalls immer unterstützt hat.“

Man mache auch gemeinsame mehrtägige Reisen oder Tagesausflüge, führt Martha Weigels Mann Edgar weiter aus. „Wir waren schon in Potsdam und Dresden. Wir haben schon einige attraktive Sachen unternommen.“ Schon am Wochenende steht eine neue Fahrt auf dem Plan. Dann geht es auf eine einwöchige Schnupperkurreise nach Polen.

Neue Mitglieder sind stets willkommen. Es gibt Sprechzeiten im Domizil des Vereins und einen Schaukasten, in dem das Monatsprogramm eingesehen werden kann. „Meistens funktioniert es aber am besten, wenn wir auf die Leute zugehen. Die Hemmschwelle ist sehr groß, einfach irgendwo hineinzugehen und Fuß zu fassen“, erläutert Martha Weigel. Dabei kann der Verein auch eine begleitende Funktion haben. Wenn beispielsweise ein Ehepaar regelmäßig zu den Treffen komme und einer der Partner versterbe, dann fange man die Hinterbliebenen auch auf und helfe ihnen gemeinsam über die schwere Zeit hinweg, sagt Weigel.

Abwechslungsreiches Programm zur Freizeitgestaltung

Auch bei den Verantwortlichen des Seniorentreffs „Harmonie“ kann man die Leserkritik nicht nachvollziehen. In dieser wurde unter anderem ein „dunkler, unwürdiger Raum“ im evangelischen Pfarrgebäude bemängelt. Konstantia Wehling, Vorsitzende des Clubs, stellt klar, dass es sich hierbei um einen Raum mit vier großen Fenstern handelt, der zudem auch für Schulungen genutzt werde. Zudem sei der Raum für größere Veranstaltungen erweiterbar und besitze eine voll eingerichtete Küche und sanitäre Anlagen.

Darüber hinaus wird auch hier den Senioren ein abwechslungsreiches Angebot zur Freizeitgestaltung und Fortbildung gemacht. Wehling verweist in diesem Zusammenhang für das Jahr 2022 auf knapp 30 Weiterbildungsseminare, 21 Lieder- und Gesangsnachmittage, Spielenachmittage, Busreisen, eine Karnevalsveranstaltung, ein Sommerfest, eine Weihnachtsfeier und vieles mehr.

Die derzeit 31 Mitglieder des Clubs seien mit der Betreuung, den angebotenen Veranstaltungen und den vorhandenen Räumlichkeiten zufrieden, betont Konstantia Wehling. Darüber hinaus habe die Stadt auch den Bärenpark, gepflegte Wanderwege, gastronomische Einrichtungen und diverse andere Ausflugsziele zu bieten.

Wer Interesse hat, einem der beiden Clubs beizutreten, kann sich entweder beim „Treff 60 Plus“ unter der Telefonnummer 036074/92108 beziehungsweise 036074/205443 oder alternativ bei Konstantia Wehling („Harmonie“) unter 036074/63636 melden.