Nadelöhr Heidkopftunnel - im Ernstfall droht 98 Kilometer lange Umleitung

Arenshausen.  Die B80 ab Hohengandern wird ab 9. Dezember für ein Jahr gesperrt. Sollte es bis April zu einer Störung im Tunnel kommen brauchen Autofahrer starke Nerven und einen vollen Tank.

Mitarbeiter der Firma Eurovia bauen zwei Rampen die von der  L566 (zwischen Reckershausen und Kirchgandern) auf die Autobahn 38 führen. Die Auffahrten gehören zur Umleitung für anstehende Arbeiten am Heidkopftunnel der A38. 

Mitarbeiter der Firma Eurovia bauen zwei Rampen die von der  L566 (zwischen Reckershausen und Kirchgandern) auf die Autobahn 38 führen. Die Auffahrten gehören zur Umleitung für anstehende Arbeiten am Heidkopftunnel der A38. 

Foto: Eckhard Jüngel

In wenigen Tagen, ab Montag, den 9. Dezember, wird die B 80 zwischen Hohengandern und der Aufmündung auf die B 27 auf hessischem Gebiet für ein Jahr voll gesperrt. Dann soll nämlich die völlig marode Bahnüberführung abgerissen und neu gebaut werden. „Nicht nur die“, bestätigt Martin Bosold von der Verkehrsbehörde des Landkreises Eichsfeld. „In diesem Bereich befindet sich eine zweite Brücke. Auch die soll gleich mitsaniert werden.“ Der Neubau ist inzwischen unumgänglich, da diese Brücken dem Schwerlastverkehr im Falle einer Sperrung des Heidkopftunnels baulich nicht mehr gewachsen sind. Die Bauzeit soll laut Kenntnis von Martin Bosold ein Jahr betragen. „Bis Ende Dezember 2020“, erklärt er.

Behelframpen entstehen gerade

Diese Brücken fallen in den Bereich der hessischen Zuständigkeiten. Aber auch das Bundesland Niedersachsen ist in die Bautätigkeiten rund um den Heidkopftunnel involviert. Inzwischen ist die Straße zwischen Kirchgandern und Reckershausen voll gesperrt. Auf Thüringer Gebiet ist sie ausgebaut. Jetzt folgt die Sanierung auf der niedersächsischen Seite. Im Zuge dieser Arbeiten entstehen momentan die beiden Behelfsrampen an der A 38, die im Falle einer Sperrung des Tunnels benutzt werden sollen. Damit soll erreicht werden, dass die Einwohner von Hohengandern entlastet werden, der Verkehr ab Kirchgandern direkt wieder zur A 38 geführt wird.

Es herrscht Zeitdruck. Denn die Rampen und die Straßensanierung müssen fertig sein, bevor die B 80 gesperrt wird. Allein hier werden 1,258 Millionen Euro investiert, bestätigt Uwe Kappmeier von der zuständigen Straßenverkehrsbehörde in Bad Gandersheim. „Unser Ziel ist, dass diese Arbeiten am 6. Dezember beendet sind“, erklärt er. „Spätestens am 13.“ Falls diese Verzögerung eintritt, dann müsse es noch einmal eine Absprache mit Hessen geben, dass auch die B 80 erst eine Woche später gesperrt wird. „Wir sind aber zuversichtlich, dass wir den Termin halten können.“ Das betreffe die Arbeiten an der Landesstraße L 566 in Richtung Autobahn. Die Behelfsrampen sollen am 20. Dezember fertig sein.

Rampen sollen nur im äußersten Notfall benutzt werden

Allerdings, so sagt Martin Bosold, betreffe das nur den reinen Bau. Die notwendigen Verkehrseinrichtungen wie die Leitplanken würden erst im April gesetzt. Das bedeute, dass die Rampen nur im allergrößten Notfall benutzt werden könnten, aber dann auch nur dazu, den Verkehr, der sich zwischen Friedland und dem Heidkopftunnel befinde, von der Autobahn zu bekommen.

Doch was, wenn es zwischen Dezember und April einen Störfall im Tunnel gibt? „Dafür ist eine großräumige Umleitung vorgesehen“, erklärt Bosold. Die sei nötig, weil ja auch die B 80 für ein Jahr wegfalle. Der Verkehr von Göttingen in Fahrtrichtung Leipzig soll im Notfall über die B 27 und somit über Bad Sooden-Allendorf, Eschwege, Wanfried und Mühlhausen an Dingelstädt vorbei nach Leinefelde geführt werden. In der Gegenrichtung, also in Richtung Göttingen, soll der Verkehr in Leinefelde abfahren und die Bundesstraßen über Teistungen und Duderstadt nach Göttingen zur A 7 nehmen. „Ja, es ist wirklich großräumig“, weiß Martin Bosold. „Aber was sollen wir denn machen? Es gibt bei uns keine Straßen, die diese Fahrzeugmassen und den Schwerlastverkehr auch nur halbwegs aufnehmen können.“ Allein die Strecke von Friedland über Eschwege und Mühlhausen umfasst 98 Kilometer – mehr als eineinhalb Stunden Fahrzeit. „Sie tritt wirklich nur im Notfall in Kraft“, sagt Bosold. Er hofft, dass dieser Störfall nicht eintritt.

Röhren im Tunnel werden nacheinander saniert

Am Tunnel selbst sollen die Sanierungsarbeiten im Oktober 2020 beginnen, bestätigt Uwe Kappmeier in Bad Gandersheim. In beiden Röhren müssen die Fahrbahnen saniert werden – nacheinander. Für jede ist eine Bauzeit von jeweils zwei Monaten anvisiert. Dann tritt die kurze Umleitung über die Behelfsrampen in Aktion. Allerdings muss Kappmeier mitteilen, dass der Tunnel nicht auf Gegenläufigkeit umgerüstet werden kann, also der Verkehr nicht durch eine Röhre geführt wird. „Aus Gründen der Verkehrssicherheit“, sagt er. „Die Gegenläufigkeit ist vom Tisch.“

Die Behelfsrampen werden übrigens nur fünf Jahre existieren und dann zurückgebaut. So lange läuft der Pachtvertrag mit dem Besitzer des Grundstückes. Und danach? „Dann tritt wahrscheinlich wieder die alte Umleitung über Hohengandern und die B 27 in Kraft“, sagt Kappmeier.

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