Anleitung zum fachgerechten Bau von Insektenhotels

Viele im Eichsfeld vorhandene Bruthilfen für Wildbienen sollten nachgebessert werden. Tipps zu Materialauswahl und Bearbeitung

Wilhelm Roth aus Heiligenstadt erklärt, wie ein Wildbienenhotel gebaut werden sollte: Angesichts des Insektensterbens gewinnen das Basteln oder der Kauf von Insektenhotels an Bedeutung. Im Internet gibt es Bauanleitungen, die ich aus meiner praktischen Erfahrung zu korrigieren habe. Der Wildbienenforscher Paul Westrich, Autor des Buches „Wildbienen – Die anderen Bienen“, beurteilt das nicht artgerechte Angebot für Wildbienen und andere Insekten an Wanderwegen als ungeeignet. Verschiedene Insektenarten, die im Stroh, in Fichtenzapfen und Baumrinde ihren Entwicklungsraum finden sollen, sind natürliche Bienenfeinde. Grundsätzlich sind die Holzbohrungen und Röhrchen vom bereits genannten Material zu trennen. Dieses ist in Bodennähe auf einer Kalksteinschichtung mit Zweigen und Laub trocken zu lagern. Nach Konsultationen in zwei Bauhöfen, die im Eichsfeld zwölf große Insektenhotels erstellten, meine ich, dass diese nachgebessert werden sollten. In Schulen und Kindergärten erkannte ich zwar den Fleiß und den Aufwand der Eltern, ihren Kindern ein Naturerleben anzubieten. Das Insektenhaus wurde aber ebenso zum Teil mangelhaft erstellt.

Eine großräumige Balkengestaltung wird oft auch mit Hohllochziegelsteinen und Holzklötzen mit wenigen Bohrungen zur Platzausfüllung gestaltet. Das Angebot gekaufter Insektenhäuser ist zum Beispiel mit nur drei Zentimeter tiefen Holzbohrungen, schmaler Bauweise und zu engem Maschendraht eine Täuschung und sollte nicht verwendet werden.

Folgen Sie, lieber Naturfreund, meiner Bauanleitung, die mit Liebe, Geduld und Ideen für die Wildbienen ein Zuhause schafft. Grundsätzlich ist Hartholz zu verwenden und mit einem guten Holzbohrer zu bearbeiten. Beim zwei- bis dreimaligen Anbohren von Eichenklötzern verhindert das satte Benetzen mit Wasser ein Erhitzen (Braun-Werden) und erleichtert den Späneabgang. Weichhölzer wie Pappel, Weide oder Fichte sind wegen der für Wildbienen gefährlichen Holzfasern zu verwerfen. Hohllochziegel sind nur für das Einfügen von Röhrchen zu verwenden. Lehmziegel sind zu hart und nur mit verschiedenen Bohrgrößen besiedelbar.

Hohle Zweige und angebohrtes Hartholz

Ein bewährtes Naturmaterial ist der Japanische Knöterich mit seinen Stamm- und Zweighülsen. Vom Schilfrohr ist nur der härtere Teil zu verwenden, der auch als gemischtes Bund verteilbar ist. Alle Röhrchen sind einseitig durch Knoten oder Lehm an der Rückwand zu verschließen. Einzelröhrchen und Gebinde können mit einem kleinen Sägemesser oder mit einer feinen Laubsäge geschnitten und abgeschliffen werden. Das Mark trockener Holunderäste ist leicht auszubohren. Hohlzweige von Topinambur und Himbeere können erweitert werden. Rohrkolbenstängel dienen der Pufferung und der Haltbarkeit. Besonders geeignet sind Plastikstäbe von Sichtschutzmatten, zwölf Zentimeter lang. Holzklötze sind dicht mit Zwei- bis Zehn-Millimeter-Bohrungen zu belegen.

Im Abstand von zehn Zentimetern zu den gleichgelagerten Einsätzen ist ein Schutzgitter aus großem verzinkten Kaninchendraht, als Rahmen abnehmbar, zum waagerechten Einflug der größten Bienen anzubringen. Ein-Quadrat-Zentimeter-Gitter ist ungeeignet. Männliche Bienen, die zuerst ausfliegen und die weiblichen begatten, brauchen Flugraum. Ein größeres Steingartendach mit wasserhaltender Nockenplane dient zusammen mit Bienenpflanzen als wertvolles Nahrungsangebot. Ein solches „Bienenvermehrungshaus“ ist sonnig bis halbschattig zu stellen. Nach neunmonatiger Entwicklungszeit beginnt im zeitigen Frühjahr der Bienenausflug und zwei Monate später die Neubelegung, die über den Winter mit einem Netz vor Meisen zu schützen ist.

Zur Abwehr von Parasiten, die die Maden als Brutraum benutzen, bauen die Bienen Lehmpyramiden und kleine Pflastersteine ein. Die Blattschneiderbiene verklebt die Öffnung der Brutröhre mit einem Blattteil, eine andere Art mit dem blauen Blütenstaub der Iris Sibirica.

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