Auf der Spur der Hansteiner Rittergüter

Bornhagen.  Eichsfelder Ritterschaft gibt Vorstand erneut das Vertrauen und hat ein großes neues Projekt im Blick.

Gerade noch so hat die Eichsfelder Ritterschaft ihre wichtige, nur alle fünf Jahre stattfindende, Wahlversammlung durchbekommen. Frank Lex (links) und Jürgen Beckmann sind wieder im Vorstand.

Gerade noch so hat die Eichsfelder Ritterschaft ihre wichtige, nur alle fünf Jahre stattfindende, Wahlversammlung durchbekommen. Frank Lex (links) und Jürgen Beckmann sind wieder im Vorstand.

Foto: Klaus Röhrig

Nur alle fünf Jahre ist eine Versammlung der Eichsfelder Ritterschaft eine ganz entscheidende Tagung, nämlich die Wahlversammlung für den Vorstand der beinharten Gesellen und zarten Damen. Lange hatten die Ritter gebangt, ob sie in diesem Jahr turnusgemäß überhaupt stattfinden kann. Auf dem letzten Meter sozusagen, nur zwei Tage, bevor die neuen Regelungen in Kraft traten, schafften sie es, sich zu treffen. Dazu war ein ausgefeiltes und beim Gesundheitsamt angemeldetes Hygienekonzept möglich, es kamen auch nur so viele, damit man beschlussfähig ist. „20 Leute auf 120 Quadratmeter mit Abstand im Rittersaal des Klausenhofes verteilt“, erklärt Primus inter Pares Klaus Röhrig. Und man gab sich alle Mühe, diese Versammlung so schnell wie möglich abzuarbeiten und nicht unnötig in die Länge zu ziehen.

Kurz zogen Röhrig und die Vorstandsmitglieder Bilanz über abgeschlossene Projekte und die Finanzlage. „Corona hat unsere Schatullen arg gebeutelt, die Schätze sind bescheiden“, so Röhrig. Schließlich fielen so einige Veranstaltungen und Feste pandemiebedingt ins Wasser. Aber es sei auch ordentlich etwas geschaffen worden. Der Hansteiner Burgfrieden zum Beispiel sei fast vollständig mit Hinweistafeln ausgestattet. Zwei Schautafeln müssten noch aufgestellt werden. Hierbei sei auch der Heimatverein Bornhagen mit im Boot. Nicht zuletzt wachse die Baumallee prächtig, der jedes Jahr der „Baum des Jahres“ hinzugefügt wird. Der neue Vorstand ist auch der alte. Primus inter Pares bleibt Ritter Klaus vom Klausenhof, Schenk zur Feste Hanstein und Ritter von Uder, Zeltmeister ist wieder Ritter Robert vom Winterberge.

Auch Truchsess Peter von der Schanze bekam erneut das Vertrauen, genau wie Schwertmeister Ritter Clemens von der Wiese und Schatzmeister Ritter Lex von der Wendenburg. Ein neues Projekt aber haben sich die Edelmänner und -frauen für die kommenden Jahre auf die Fahne geschrieben: Die sieben bekannten Hansteiner Rittergüter in Bornhagen wieder sichtbar zu machen.

Ritter Klaus hat es geschafft, einer alten Karten habhaft zu werden, auf der die Rittergüter zum Stand Ende des 18. Jahrhunderts eingezeichnet sind. Jetzt wolle man diese Karte digitalisieren und der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Den Rittern schwebt vor, mit Erforschung der Geschichte dieser Güter an der Stelle im Ort, wo sie einst standen, mit Tafeln auf sie aufmerksam zu machen und so ein Kapitel der Geschichte der Hansteiner neu zu betrachten. Möglicherweise gelinge dieses Vorhaben auch mit Fördermitteln, darum werde man sich demnächst kümmern.