Auf nächtlicher Jagd

Johanna Braun über eine allseits bekannte Situation.

Johanna Braun

Johanna Braun

Foto: Eckhard Jüngel

Wer kennt es nicht? Da hat man sich gerade ins Bett gekuschelt, das Kissen zurecht gerückt, die perfekte Schlafposition eruiert und ist völlig dazu bereit, nun in einen wohlsamen Schlaf zu fallen, da fängt es an zu Summen. Die tiefe Verzweiflung, die einen dann befällt, weil man weiß, dass man nun aufstehen und sich auf einen harten Kampf gefasst machen muss, ist nervenzerreibend und dabei hat man noch nicht mal das Licht angeschaltet. Mücken warten ja gefühlt auf genau diesen Moment, wissen, wann wir uns endlich entspannt haben und setzen dann erst zum Anflug auf uns an.

Dann steht man im Zimmer, die Augen zu Schlitzen verengt, hochkonzentriert und scannt die Wände, horcht. Eigentlich ist man zu so einer Jagd ja gar nicht mehr in der Lage. Der Tag war lang, die Nacht wird mit jedem Moment kürzer. Man ist frustriert. Doch da ist sie, sitzt seelenruhig über dem Fenster. Man schleicht sich an, vermeidet jede plötzliche Bewegung, die Hand schwebt über dem mutmaßlichen Übeltäter und zack… man trifft sie nicht. Die Frustration steigt, schon hat man sie wieder aus den Augen verloren, scannt, horcht. Nach unzähligen Versuchen hat man sie dann endlich. In drei Stunden klingelt der Wecker, aber der Schlaf nach erfolgreicher Jagd ist einer der süßesten.

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