Barmherzigkeit hat Gesicht, Augen und Ohren

Geistliches Wort: Menschliche Zuwendung für Kranke und Schwache ist nicht Abstraktes. Ein Appell für Liebe und Solidarität.

Günther Christoph Haase ist Pfarrer in Geisleden.

Günther Christoph Haase ist Pfarrer in Geisleden.

Foto: Harald Mühlenbeck

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An diesem Wochenende begeht die Kirche den sogenannten Misereorsonntag und öffnet unseren Blick in Richtung Weltkirche! Misereor kommt vom lateinischen Wort „misericordia“ und bedeutet Barmherzigkeit!

Für uns Christen ist die Heilige Schrift der Spiegel, der uns zeigt, wie sich die Barmherzigkeit Gottes konkret in unserem Leben ausdrückt. In diesem Jahr trifft uns die Corona-Pandemie. Nichts ist mehr so, wie es vorher war! Alle Bereiche unseres Lebens sind davon betroffen! Die Welt steht Kopf und unser Leben in vielen Bereichen still. Aber nicht nur wir, sondern die ganze Menschheit ist betroffen.

Papst Franziskus meint: „Gottes Barmherzigkeit ist keine abstrakte Idee“. – „Sie ist vielmehr das pulsierende Herz des Evangeliums“! Barmherzigkeit ist nichts Abgehobenes, Abstraktes oder Unerreichbares. Sie hat einen Namen und ein Gesicht, Augen und Ohren, Stimme und Hände.

In Jesus von Nazareth, dem Gottes- und Menschensohn zeigt sie sich ganz. In Jesus Christus wird uns Menschen die hingebende Liebe Gottes zuteil.

In diesen Tagen hören und sehen wir Großartiges, Menschen auf ihren Balkonen singen, andere applaudieren den Ärzten, Schwestern und Pfleger in den Krankenhäusern, Pflegediensten und Alteneinrichtungen, Menschen im Einzelhandel und anderen Berufszweigen, die bis an den Rand ihrer Kräfte Dienst tun, um anderen zu helfen.

Und viele haben die digitalen Kommunikationsmöglichkeiten, von denen so viel Hass und Spaltung in diesen Tagen ausgeht, als Orte entdeckt, in denen Botschaften der Liebe und Barmherzigkeit weitergetragen werden.

Viele, gerade jüngere Menschen organisieren Hilfe für ältere! Gottesdienste werden via Internet übertragen! Gott sei Dank leben wir in Deutschland. Und doch spüren wir in dieser Krisenzeit, dass nicht alles selbstverständlich, geschweige denn käuflich ist.

Das große Hilfswerk Miseror hilft weltweit Menschen in ihrer großen Not. Die Not schreit gerade in diesen Tagen weltweit aus allen Ecken. Öffnen wir trotz eigener Ängste und Nöte unsere Hände und Herzen, und geben mit unserer Spende ein Zeichen der Barmherzigkeit, der Liebe und Solidarität! Passen Sie gut auf sich auf!

Für Misereor ist das eine schwierige Situation, da keine öffentlichen Gottesdienste in Deutschland gefeiert werden. Wer spenden möchte, kann dieses direkt bei Misereor tun. Alle Infos hierzu finden Sie auf www.misereor.de.

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