Besonderes Eichsfelder Federvieh: Die Vogelsammlung im Eichsfeldmuseum in Heiligenstadt zieht um

Silvana Tismer
| Lesedauer: 3 Minuten
Die Streckersche Vogelsammlung zieht innerhalb des Eichsfeldmuseums um, sie bleibt aber auf der gleichen Etage. Der Umbau soll bis zum Museumsfest im Mai abgeschlossen sein.

Die Streckersche Vogelsammlung zieht innerhalb des Eichsfeldmuseums um, sie bleibt aber auf der gleichen Etage. Der Umbau soll bis zum Museumsfest im Mai abgeschlossen sein.

Foto: Eckhard Jüngel

Heiligenstadt.  Die Tiere sind der Grundstein für die Gründung des Museums. Sie werden neu inszeniert. Die Aula, ihr bisheriges Wohnzimmer, wird zu einem großen Veranstaltungs- und Konzertraum umgebaut.

Dieser Tage haben die Heiligenstädter Bauhofmitarbeiter viel zu tun. Neben den normalen Aufgaben in den Straßen der Kreisstadt sind sie auch in der Stadtbibliothek mit dem großen Umzug zugange und schleppen darüber hinaus auch noch im Eichsfeldmuseum schwere Vitrinen durch die Räume.

Dort sind nämlich die Vorbereitungen für den Umbau im zweiten Obergeschoss in vollem Gange. Dort soll genau da, wo bisher die Streckersche Vogelsammlung zu bewundern war, endlich der langersehnte Veranstaltungsraum entstehen. Einst war es die Aula des Jesuitenkollegs. Nun sollen bald 100 Gäste bequem einen Sitzplatz haben, können Ausstellungseröffnungen, Lesungen, Konzerte und mehr stattfinden.

Die Vogelsammlung ist das Herzstück des Hauses und der Grund, warum vor 90 Jahren ein Heimatmuseum gegründet wurde. In den vergangenen Wochen haben Experten des Naturkundemuseums aus Erfurt – „Ornithologen“, betont Museumschef Gideon Haut – die Vögel sachgemäß aus ihren Vitrinen gelöst und sie genauso sachgemäß verstaut. Dass einige von ihnen einige Tage sozusagen „an der frischen Luft“ verbringen können, mache nichts, haben die Experten versichert. Nur der wertvolle Dreifarbara, einer von drei bekannten Exemplaren weltweit und der besterhaltene, zog mitsamt seiner Einzelvitrine um.

„Die Vögel werden in ihren neuen Räumlichkeiten zwar reduziert gezeigt, aber dafür völlig neu inszeniert“, erklärt Gideon Haut. „Interaktiv.“ Das heißt, dass multimedial auf Knopfdruck zum Beispiel die für die Art typischen Geräusche zu hören sind oder auch Videos die Vögel im Flug zeigen oder vermitteln, wie der Auftrieb unter den Flügeln funktioniert. „Natürlich bleibt die Sammlung“, sagt Haut. Die Kollegen aus Erfurt seien begeistert, wie groß und zusammenhängend sie sei. Sie sei ein wahrer Schatz.

Auch Schmetterlinge waren bisher im großen Raum zu sehen. Sie finden ihre neuen Plätze im Flur. „Aber auch noch einmal anders aufgearbeitet“, erklärt Haut. Bisher sind nur lateinische Namen vermerkt. „Das war mal so wissenschaftlicher Standard. Aber im Museum muss es greifbarer werden.“

Wenn der große Raum leer ist, geht es los mit einem besonderen Einbau an der Wand zur Kollegiengasse. Dort werden dann zwei der vier Fenster noch zugänglich, aber verdeckt sein. In der neuen Wand finden ein großer Bildschirm und neueste Technik ihren Platz, ein bewegliches Pult kommt hinzu. Danach kommt der Fußboden an die Reihe, erhalten die Wände neue Farbe.

Gideon Haut hat aber noch mehr mit dem Raum vor. Er kann sich vorstellen, da die Stühle stapelbar seien und gleich nebenan ein Lagerraum ist, den Raum auch für modernste Kunst zu nutzen. „Wir haben hier endlich den Platz für großformatige Bilder oder gar Kunst, die in den Raum hineinragt wie Installationen“, blickt er schon voraus. Aber nicht nur das Museum soll den Raum dann nutzen können, sondern auch Vereine. „Der Trägerverein des Hauses, der Verein für eichsfeldische Heimatkunde oder jeder Verein, der mit dem Haus irgendwie thematisch eine Beziehung hat.“ Geht alles reibungslos, dann soll der Raum pünktlich zum Museumsfest am 14. Mai fertig sein. Kommentar