Besorgniserregende Bilder bei Kaltohmfeld in Corona-Zeiten

Leinefelde-Worbis  Kleine und große Wintersportfans tummeln sich bei Kaltohmfeld und andernorts. Ordnungsamtschef ist verärgert.

Ein beliebter Ort zum Rodeln ist das Gelände unterhalb der Burg Scharfenstein.

Ein beliebter Ort zum Rodeln ist das Gelände unterhalb der Burg Scharfenstein.

Foto: Eckhard Jüngel

Das Winterwetter lockt derzeit viele ins Freie. Kinder möchten rodeln, andere wollen gern Skifahren. Das versteht Günther Fiedler, Leiter des Ordnungsamtes von Leinefelde-Worbis, nicht aber das muntere Treiben, das es am vergangenen Wochenende an verschiedenen Orten der Einheitsstadt gab. "Was man da erlebte, hat nichts mehr mit Infektionsschutz zu tun", sagt er ganz klar. Corona-Blog: Zwei Thüringer Kreise bundesweite Hotspots – 50 Verfahren nach Verstößen bei Demonstrationen

In Kaltohmfeld, unweit des Birkenberges, seien alle Straßen zugeparkt gewesen. Und aufgefallen wären Autokennzeichen aus dem Thüringer Wald. Ebenso reisten viele Besucher mit ihren Fahrzeugen aus Nachbarkreisen an. Und dass dann auch noch oft der Abstand zu anderen Personen nicht eingehalten wurde, ärgert Günther Fiedler.

Doch das ist noch nicht alles. Ein ähnliches Bild bot sich bei der Burg Scharfenstein. Insbesondere in den oberen Bereichen der Hänge, von denen die Kinder abfuhren, hätten sich "immer wieder große Gruppen von Eltern und Erziehungsberechtigten" versammelt, berichtet der Ordnungsamtsleiter. Auch auf dem Klien bei Breitenbach seien die Abfahrten überfüllt gewesen. "Einige größere Kinder waren zudem der Meinung, mit ihren Fahrrädern zwischen den Schlitten zu fahren."

Nach vielen Hinweisen von besorgten Bürgern, die die städtische Ordnungsbehörde von Leinefelde-Worbis erreichten, richtet der Ordungsamtschef daher nun noch einmal einen Appell an die Bürger, sich an alle Maßnahmen zu halten, die dazu dienen, das Coronavirus einzudämmen. Dies sollte auch aus Achtung vor dem medizinischen Personal geschehen, das sich täglich um die Kranken kümmert, sagt er. Und vergessen werden sollte außerdem nicht, dass es wegen der hohen Covid 19- Infektionszahlen im Landkreis Eichsfeld eine Ausgangssperre gibt. Ausdrücklich weist Günther FIiedler nochmals darauf hin, dass der Aufenthalt im Freien nur mit Angehörigen des eigenen Haushaltes und einer haushaltsfremden Person gestattet ist.

Hier ergehe erneut der Hinweis an die Erwachsenen, die sich in Gruppen von mindestens drei Haushalten auf der Straße träfen und unterhielten, sich an die Corona-Regeln zu halten. "Diese Zusammenkünfte sind bei der Bekämpfung des Coronavirus nicht dienlich." Und der Ordnungsamtschef zitiert noch einen Bürger, dem das Szenario vom Wochenende Sorgen bereitet. Der sagte: „Am Sonntag war auf dem Scharfenstein ein ziemlicher Betrieb. Masken? Bier gab es aus dem Kofferraum. Es geht um die Gesundheit oder gar um das Leben anderer Leute. Übertragung geschieht halt durch Kontakt. Die Erfahrungen, die einer unserer Angehörigen machen musste, sind kaum zu beschreiben.“

Im Stadtgebiet von Leinefelde-Worbis gibt es zahlreiche Waldgebiete, wo momentan Wintersport möglich ist. "Jeder möge bitte darauf achten, dass die sportlichen Aktivitäten und Spaziergänge nicht nur auf wenige Orte beschränkt werden. Die Eltern möchten bitte Vorbild sein und darauf achten, in welchen Gruppen sich ihre Kinder bewegen. Alle können mit ihrer Verhaltensweise einen Beitrag leisten. Die Verantwortung liegt mit bei jedem einzelnen, dass es nicht zu noch mehr Einschränkungen kommt. Wir wollen alle nicht, dass noch Ortslagen und Gebiete gesperrt werden müssen, um die Pandemie weiter zu bekämpfen", so Günther Fiedler.