Bohrung nach Kalisalz bis in 810 Meter Tiefe bei Worbis

Sebastian Grimm
| Lesedauer: 3 Minuten
Ein Blick auf den Bohrplatz zeigt, welche Erdmassen bewegt werden, um den Platz einzurichten. 

Ein Blick auf den Bohrplatz zeigt, welche Erdmassen bewegt werden, um den Platz einzurichten. 

Foto: Swen Pförtner / Südharz Kali GmbH

Worbis.  So plant die Firma Südharz Kali das Vorgehen in Worbis.

Die erste Bestätigungsbohrung der Südharz Kali GmbH, die in Nordthüringen plant, wieder Kalisalz abzubauen, bei Haynrode ist beendet. Mittlerweile sind alle Rückbauten erfolgt, der Mutterboden ist wieder aufgebracht. „Das Saatgut wird ausgebracht. Damit sind die Arbeiten in Haynrode beendet“, sagt Babette Winter, Regionalmanagerin Deutschland bei Südharz Kali. Das Besondere in Haynrode sei, dass der für den Bohrplatz benötigte Asphalt nun wieder verarbeitet wird.

Seit einigen Wochen läuft die zweite Bohrung bei Worbis. Grund ist: Die Firma muss mit Proben nachweisen, dass die Qualität des Salzes ausreicht, um erneut einen Abbau angehen zu können. Und auch, um Daten, die von historischen Bohrungen vorliegen, bestätigen zu können.

In Worbis weniger Aufwand als in Haynrode

Daher wurden die in Frage kommenden Flächen für die jetzigen Bohrungen auch genau ausgewählt. Anhand alter Karten, auf denen die historischen Bohrlöcher eingezeichnet sind, wurden die Standorte ausgewählt. In unmittelbarer Nähe eines Bohrlochs aus dem Jahre 1908 wurde in Haynrode gebohrt. Der Standort in Worbis befindet sich direkt neben einem Bohrloch aus dem Jahr 1983.

Noch älter als das Bohrloch ist die Firma, die Südharz Kali für die Arbeiten beauftragt hat. Die Firma „H. Anger´s Söhne – Bohr- und Brunnenbaugesellschaft“ blickt auf eine über 150-jährige Firmengeschichte zurück. Gegründet wurde sie im Jahr 1863 von Heinrich Anger in Nordhausen als „Geschäft für Brunnen- und Pumpenbau“.

Im Laufe der Zeit haben sich die Tätigkeitsbereiche des Unternehmens laut eigenen Angaben stark erweitert. Heute hat die Firma ihren Sitz in Hessisch-Lichtenau und arbeitet nicht nur für die Bohrungen im Landkreis mit einer Eichsfelder Firma zusammen.

Die Breitenworbiser Firma Straßen- und Tiefbau Große GmbH ist immer dann gefragt, wenn es heißt, die Plätze für die Bohrungen vorzubereiten und den Platz nach Abschluss der Arbeiten wieder in den Ursprungszustand zurückzuversetzen.

„In Hanyrode waren die Arbeiten aufwendiger. Das Gelände war abschüssiger“, sagt Jürgen Große, Geschäftsführer der Breitenworbiser Firma, bei einem Vororttermin beim Bohrplatz nahe Worbis. „Wir arbeiten schon viele Jahre zusammen. Es müssten über 20 Jahre sein“, sagt Peter Kriebel, Prokurist bei „H. Anger´s Söhne“. Laut Kiebel nehmen Erkundungsbohrungen nach Mineralien in Deutschland zu. „In der Lausitz haben wir nach Kupfer gebohrt“, so Kriebel, der davon ausgeht, dass spätestens Ende Mai auch in Worbis nichts mehr von den Arbeiten zu sehen sein wird.

„Wir wollen hier Mitte Mai wieder verschwunden sein“, erklärt Kriebel.

Dann folgen die Rückbauarbeiten, aber einen genauen Zeitpunkt könne man nicht festlegen, da aufgrund der Festigkeit des Gebirges, in dem gebohrt wird, auch Verzögerungen eintreten können. Zumal man auch bei Worbis viel tiefer bohrt. In Haynrode waren es rund 600 Meter bis man die wichtigen Salzkerne zu Tage förderte, in Worbis werden es ungefähr 810 Meter sein.