Brandmelder: Große Lebensversicherung für kleines Geld

Heiligenstadt  Es ist ein längst überfälliger Schritt und einer in die richtige Richtung“, sagt Kreisbrandinspektor Mirko Lipinski. Neben Thüringen gilt ab dem neuen Jahr in 14 Bundesländern die Verpflichtung zum Einbau von Rauchwarnmeldern auch in bestehenden Wohnungen.

Foto: Franz-Peter Tschauner/dpa

„Die Brandausbreitung, gerade in Wohnhäusern, ist viel intensiver als noch vor 30 Jahren.“ Das liege vor allem an den Materialien, die in der Einrichtung verwendet sind. „Zehn Kilogramm PVC ergeben eine Rauchentwicklung von 23.000 Kubikmetern und schon vier Atemzüge reichen, um zu ersticken.“ Viele der Opfer eines Brandes, so deutlich sagt es der Kreisbrandinspektor, erleben den Verbrennungstot gar nicht, sie verlieren vorher das Bewusstsein, weil sie das giftige Rauchgas einatmen. Denn oft passieren Hausbrände nachts. Und: „Im Schlaf fehlt der Geruchssinn.“ Wenn also der Rauch, der sich von der Decke herab im Zimmer ausbreitet, die Nase erreicht, ist es meistens schon zu spät. Mirko Lipinski weiß um die Notwendigkeit und Effektivität der Rauchwarnmelder in Wohnungen. Denkt er an die Anfänge seiner Karriere bei der Feuerwehr zurück, war da noch von durchschnittlich 600 Brandtoten im Jahr die Rede. „Mittlerweile geht die Tendenz unter 500. Das hängt sicher auch damit zusammen.“

Pflicht werden die Rauchwarnmelder für sämtliche Schlafräume ebenso wie für Flure, durch die der Rettungsweg führt, sagt der Kreisbrandinspektor. Auch im Wohnzimmer, in dem ja auch geschlafen werden kann, könne einer angebracht werden. Das ist jedoch keine Pflicht. Im Bad oder der Küche empfehle sich eine Installation nicht, da die Rauchwarnmelder nicht zwischen Rauch und Qualm unterscheiden können. Sie werden genauso vom Wasserdampf wie vom Zigarettenqualm ausgelöst, weiß Lipinski.

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