Wort zum Sonntag im Eichsfeld:

Das Feuer kann neu entfacht werden

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Pfarrer Günter Christoph Haase.

Pfarrer Günter Christoph Haase.

Foto: Johanna Braun / Archiv

Christoph Haase hofft und hat eine feste Überzeugung.

Kirchenkrise, Gesundheitskrise, Klimakrise und andere – und wir Christen feiern Ostern?

Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu. Jesus, der in früheren Zeiten so fasziniert hat, ist heute für viele nicht mehr der vertraute Freund, der tröstet und ermutigt, sondern vielmehr zu einem Fremden geworden. Bis hin, dass dies bei nicht wenigen Menschen durch einen Kirchenaustritt manifestiert wird.

Ich bin aber davon überzeugt, dass in jedem Gottesdienst, an dem wir teilnehmen, das Feuer neu entfacht werden kann, auch jetzt zu Zeiten von Corona, auch wenn die Mitfeier nur mit Einhaltung der aktuellen Infektionsschutzauflagen möglich ist.

Für mich ist die Emmausgeschichte zu Ostern immer wieder aktuell. Erst im Nachhinein erkannten die beiden Jünger, von denen uns das Evangelium erzählt, ihren Herrn. Erst nachdem er mit ihnen das Brot gebrochen hat, erschließt sich ihnen das Geschehene. In ihren Herzen brannte ein neues Feuer auf.

Die Emmausjünger waren nach ihrer (selbst gewählten) Isolation und Kontaktsperre, nach der Begegnung mit dem Auferstandenen wie umgewandelt. Jesus war nicht mehr bei ihnen als der faszinierende Wanderprediger, sondern er lebte jetzt als neue Begeisterung in ihnen selbst und machte sie zu Boten des Evangeliums für die Welt.

Um unsere eigene Verwandlung geht es auch in jeder Eucharistiefeier. Auch in unserer Zeit, da uns Kontaktsperre und Isolation zum eigenen Schutz und zum Schutz anderer verordnet sind.

Unser ganzes Wesen soll und kann trotz Corona von der Osterbotschaft durchdrungen werden. Deswegen feiern wir Ostern, das Fest der Auferstehung 50 Tage bis zum Pfingstfest. Jesus lebt! Er ist nicht mehr bei den Toten! Die Macht des Todes ist gebrochen. Wie die Jünger damals, so können wir IHN heute in der Mitfeier von Präsenzgottesdiensten oder via Internet, Radio und Fernsehen erkennen. Er kann und will uns Kraft und Hoffnung schenken, gerade in Krisenzeiten wie heute.

Christoph Haase ist Pfarrer in Hüpstedt mit Beberstedt, Helmsdorf und Zella