Das Kreuz am Hügel wartet auf seine Weihe

Heiligenstadt.  Ein Freundeskreis der Mariengemeinde Heiligenstadt hat ein christliches Zeichen nahe des Richteberges gesetzt.

 Das Kreuz am Hügel, vom Freundeskreis der Mariengemeinde Heiligenstadt initiiert und in der Nähe des Galgenhügels aufgestellt, wartet auf seine Weihe.

 Das Kreuz am Hügel, vom Freundeskreis der Mariengemeinde Heiligenstadt initiiert und in der Nähe des Galgenhügels aufgestellt, wartet auf seine Weihe.

Foto: Eckhard Jüngel

Am nördlichen Ende von Heiligenstadt, an einer Wegkreuzung, von wo man entweder zum Westblick, zur Brücke über der Westspange oder zum früheren Galgenhügel kommt, steht ein Kreuz. Es blickt einmal über die Stadt, aber auch in Richtung Gewerbegebiet und Autobahn. Viele Spaziergänger nutzen diese Wege, und das eine oder andere Mal haben schon Kerzen auf dem Fundament des Kreuzes gestanden, sogar bemalte Steine wurden schon am Fuß abgelegt.

Dabei gibt es dieses Kreuz noch gar nicht lange. Über vier Meter ist es hoch und beschirmt diesen doch so friedlichen Ort, obwohl unweit die Autos fahren und im Gewerbegebiet fleißig produziert wird.

Errichtet wurde es kurz vor Weihnachten vorigen Jahres, am 17. und 18. Dezember. Es trägt nur zwei Inschriften: Das Kreuz am Hügel und die Jahreszahl in römischen Ziffern – AD MMXIX, Anno Domini 2019.

Irische Einflüsse und Jerusalemkreuz grüßen nahe des Richtebergs

Initiiert hat dieses Glaubenszeichen ein kleiner Freundeskreis aus der Heiligenstädter Mariengemeinde. Es sei ihm ein Bedürfnis gewesen. Das Kreuz soll für jeden, der es besucht, etwas eigenes bedeuten. Es kann ein Feldkreuz sein, ein Ort für ein stilles Gebet, ja sogar als Sühnekreuz sei es geeignet, da es in unmittelbarer Nähe zum früheren Galgenhügel und Richteberg steht, dort, wo früher gerichtet wurde, Verbrecher ihre Strafe empfingen.

Das neue Kreuz ist auch außergewöhnlich in der Form. Es trägt keine Christusfigur, sondern dort, wo sich die Balken berühren, eingesetzte Keile mit Jerusalemkreuzen. Die Keile seien gewollt, heißt es vom Freundeskreis.

Sie erinnern an irische beziehungsweise keltische Hochkreuze und damit an das nordeuropäische Land, in dem das Christentum genau wie im Eichsfeld noch etwas gilt. Genau das war auch die Intention: ein christliches Zeichen in der heutigen Zeit zu setzen.

So einige Genehmigungen galt es einzuholen. Das Stück Land, auf dem es steht, ist städtisches Gebiet. Aber auch beim Landkreis hat man sich rückversichert, dass das Aufstellen dort in Ordnung ist. Propst Hartmut Gremler wurde gefragt, ob man das Kreuz aufstellen darf, der natürlich nichts dagegen hatte. Und nicht zuletzt gab auch Ingolf Lerch als Chef der Lever Agrar, der das Feld genau neben dem Kreuz am Hügel gehört, sehr gern grünes Licht.

Das Schwierigste war die Schachtgenehmigung, damit es sicher steht. Die Eichsfeldwerke wurden mit ins Boot geholt, denn es musste klar sein, dass an der vorgesehenen Fläche keine Leitungen verlaufen, die man beim Setzen eventuell beschädigen würde. Doch es gab keine Probleme. Fest verankert ist das Kreuz nun in 1,5 Meter tiefem Beton, zum Schutz vor landwirtschaftlichen Maschinen auf dem Feld wird es von einem großen Sandstein gesichert, der dort in der Nähe lag.

Handgeschmiedete Nägel aus Ende des 18. Jahrhunderts verwendet

Tischlermeister Alfred Kaufmann und Zimmermann Thorsten Schubert kümmerten sich schließlich um das Eichenholz und die Gestaltung des Kreuzes. Das Schnitzwerk übernahmen der Hüpstedter Bildhauer Heinz Günther und dessen Tochter Katharina, die eigens dafür anreiste, um dieses Vorhaben mitzugestalten und das Schnitzwerk zu setzen. Sogar handgeschmiedete Nägel aus der Zeit Ende des 18. Jahrhunderts fanden hier neue Verwendung, Thorsten Schubert fertigte nicht zuletzt die Kupferbedeckung an, die das Holz von oben vor Witterungseinflüssen schützen soll.

Jetzt aber fehlt nur noch eins. Obwohl das Kreuz am Hügel schon ein Dreivierteljahr nahe des Galgenhügels steht, ist es noch nicht geweiht. „Uns kam Corona leider dazwischen“, erklärt der Bischöfliche Kommissarius, Propst Hartmut Gremler, der von dem Kreuz an sich eine ganze Menge hält. Er nennt es eine Art Wegekreuz, früher habe man auch „Wetterkreuz“ dazu gesagt. „Es passt ganz gut an diese Stelle. Ja, es ist ein sichtbares Zeichen, dass wir in einer christlich geprägten Landschaft leben.“

Jetzt soll, so sagt Gremler, das Kreuz so schnell wie möglich geweiht werden. Er sei dabei, mit dem kleinen Freundeskreis einen Termin abzustimmen. Leider würde man es bis kommenden Montag, dem Fest Kreuzerhöhung, nicht schaffen. „Aber jetzt zeitnah“, kündigt Gremler an. Und darum, dass das Kreuz so schön bleibt, wie es ist, will sich weiter die St. Mariengemeinde kümmern. Nahezu jeden Tag schaut jemand vom Freundeskreis hinauf, ob alles in Ordnung ist.