Das Leben ist für Benedikt in Brehme etwas einfacher geworden

Brehme.  Der achtjährige Benedikt Dräger aus Brehme hat endlich einen Homelift – dank vieler Unterstützer.

Nach dem Einbau des Lifts ist das Leben für Kathrin Dräger und ihren Sohn Benedikt ein bisschen einfacher geworden.

Nach dem Einbau des Lifts ist das Leben für Kathrin Dräger und ihren Sohn Benedikt ein bisschen einfacher geworden.

Foto: Sigrid Aschoff

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Kathrin Dräger atmet auf. „Endlich ist es geschafft. Es ist so eine Erleichterung für die ganze Familie“, sagt die Brehmerin. Die Erleichterung, von der die junge Mutter spricht, ist der Homelift, der für ihren Sohn Benedikt im Haus eingebaut werden konnte. Nun müssen sie, der Papa und die Oma den Achtjährigen nicht mehr die steile Treppe hinauf tragen. Das war nicht ungefährlich. Heute kann Benedikt über den neuen Aufzug in die elterliche Wohnung gelangen. Allein kann er das nicht. Der Junge wurde als Frühchen geboren. Durch Sauerstoffmangel bei der Geburt ist er beeinträchtigt, kann sich nicht äußern, nicht allein sitzen und laufen.

„Wir sind den vielen Unterstützern, den bekannten und unbekannten Spendern, Institutionen, Verbänden, Freunden und Verwandten so dankbar. Ohne sie hätten wir das Ganze nicht finanzieren können“, erklärt sie. Der Lift und die Baumaßnahmen, die nötig waren, kosteten immerhin 37.000 Euro. Erst unlängst hatte Annette Klingebiel von der Kreissparkasse Eichsfeld noch einen Scheck über 3500 Euro aus dem PS-Zweckertrag überbracht, stellvertretend für die rund 12.000 PS-Los-Sparer. Doch mancher steckte auch einfach einen Geldumschlag in den Briefkasten, andere wiederum starteten Aktionen. Das ganze Dorf und auch das Umland waren beispielsweise bei der großen Schrottsammelaktion dabei, die die Gemeinde unter Federführung des stellvertretenden Bürgermeisters Patrick Schotte mit Vereinen und der Feuerwehr auf die Beine stellte. „Das war so gigantisch. Dass sich so viele Menschen beteiligen und Benedikt helfen wollen, hätten wir nie für möglich gehalten“, blickt Kathrin Dräger zurück.

Und dass auch Unternehmer außerhalb des Landkreises und aus der Region wie der Dingelstädter Falk Wedekind dabei waren, das hätte die Familie nicht gedacht. „Ich hatte Angst, dass wir noch einen Kredit aufnehmen müssen“, sagt Kathrin Dräger, die jeden Tag für ihren Sohn kämpft, die Lösungen suchen muss, wenn Kassen nicht für Kosten aufkommen.

Gern würde sie zum Beispiel mit Benedikt eine Delfin-Therapie ausprobieren, nicht in Florida, sondern im Nürnberger Zoo. „Vielleicht würde das helfen, dass unser Sohn in seiner Entwicklung gefördert wird“, meint die Eichsfelderin, die die Hoffnung nicht aufgibt und auch außergewöhnliche Wege beschreiten würde, wenn die ihrem Kind etwas bringen. Positive Erfahrungen hat die Familie zum Beispiel mit dem Reiten gemacht. Wenn Benedikt vom Pferd genommen wird, sei er ganz entspannt, nicht mehr so verkrampft. „Und in der ersten Nacht hat er vor sich hin gemurmelt, was er sonst nie tut“, erzählt die berufstätige Mutter, der plötzlich noch etwas anderes einfällt: „Übrigens war es Lutz, dem wir die Schrottsammelaktion zu verdanken haben. Lutz ist der Hund von Liane und Silvio Busse, die aus der Idee Wirklichkeit werden ließen. Wären sie mit dem Vierbeiner nicht spazieren gegangen und an einem Schrottplatz vorbei gekommen, hätte es diese Aktion wohl nicht gegeben. Für die beiden war aber plötzlich klar, was man machen kann, um Geld in die Kasse zu bringen.“

Das Lift-Projekt war auf jeden Fall ein Erfolg. Doch sorgenlos ist Kathrin Dräger nicht, denn immer noch fehlt eine Rampe, mit der Benedikt einfacher ins Auto käme.

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