Dirigent formiert aus „buntem Haufen“ in Marth ein klassisches Orchester

Marth  50 Laienmusiker proben bei 14. Auflage der Musikwerkstatt in Marth. 250 Gäste hören das Abschlusskonzert.

Drei Tage lang probte das 50-köpfige Ensemble, das Laienmusiker aus fünf Bundesländern und Berlin vereinte sowie einige professionelle Künstler. Das

Drei Tage lang probte das 50-köpfige Ensemble, das Laienmusiker aus fünf Bundesländern und Berlin vereinte sowie einige professionelle Künstler. Das

Foto: Gregor Mühlhaus

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Der kleine Dorfsaal in Marth platzte am Sonntag aus allen Nähten, so groß war der Ansturm zur Abschlussveranstaltung der Sommer-Musikwerkstatt. Im Außenbereich vor dem Saal mussten zusätzlich Sitzbänke aufgestellt werden, um dem großen Besucheransturm Rechnung zu tragen. So waren mehr als 250 Gäste gekommen, die einen Nachmittag bei guter klassischer Musik verbrachten. Vorausgegangen war dem Konzert, das unter der musikalischen Leitung von Matthew Toogood stand, ein dreitägiger Workshop, an dem Laienmusiker aus Thüringen, Hessen, Bayern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Berlin, Niedersachsen und Baden-Würtemberg teilgenommen hatten.

Ellen Leather glänzt bei Gesangssolo

Die Freude darüber, dass die Musikwerkstatt nach guter alter Tradition immer in ein finales klassisches Konzert mündet, brachte auch Mitorganisator Sebastian Kaufhold aus Schachtebich zum Ausdruck, der selbst musikalisch mitwirkte und die Gäste im weiten Rund begrüßte. „Es ist unserem Dirigenten Matthew Toogood wieder gelungen, in ein paar Tagen aus einem bunten Haufen ein Orchester zu formieren“, so Sebastian Kaufhold.

Musikalisch ging es mit der Overtüre von Bohuslav Martinu los. Im Folgenden standen Werke von Felix-Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, Dmitri Schostakowitsch und Peter Tschaikowsky auf dem Programm. Toogood leitete das 50-köpfige Ensemble gekonnt und setzte als Dirigent die nötigen Akzente. Der Kapellmeister, der in Australien geboren wurde, hat eine bemerkenswerte Karriere hingelegt. Als künstlerischer Leiter und Chefdirigent wirkte er bei der Heidelberg Choral Society in der australischen Metropole Melbourne, bevor er als Kapellmeister und Assistent des Generalmusik­direktors am Nationaltheater Mannheim tätig war. Mit Wirkung vom 12. August dieses Jahres ist Toogood Kapellmeister am Konzerttheater in Bern in der Schweiz, wie Sebastian Kaufhold informierte. Toogoods Ehefrau Ellen Leather, ebenfalls Australierin, glänzte in Marth bei einem Gesangssolo. So überzeugte sie bei der Briefarie aus der Oper „Eugen Onegin“ von Pjotr ­Iljitsch Tschaikowsky mit ihrer klaren und imposanten Stimme.

Unter den Hobbymusikern waren auch einige professionelle Künstler. So spielte Claudia Ander-Donath, die in Gera am Konzerthaus arrangiert ist, mit. Der evangelische Pfarrer Matthias Corbach und seine Frau Gesine, die selbst im Ensemble mitwirkte, hatten das Treffen wieder organisiert. Die Musikerin betonte, dass es das Ziel des Workshops sei, miteinander zu musizieren, ohne Leistungsdruck zu haben. „Dieses Treffen haben wir im Jahr 2006 das erste Mal hier in Marth veranstaltet. Entstanden ist der Workshop aber eigentlich schon viel früher, denn bis zum Jahr 2005 hatten wir die Musikwerkstatt schon 27 Mal in Kremmen bei Oranienburg in Brandenburg durchgeführt“, so die Pfarrersfrau, deren Tochter Anette Querflöte im Orchester spielt.

Die Konzertbesucher kosteten jeden Moment aus. Dieser Eindruck drängte sich auf, weil die entspannte Ruhe im Saal ­immer wieder von anerkennendem Beifall unterbrochen wurde. So glänzten die Bläser und Streicher nicht nur bei der Romanze für Geige, bei der Claudia Ander-Donath ein Solo spielte. Zum Abschluss gab es schließlich den Wiener Walzer „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß und als Zugabe das „Eichsfeldlied“.

Bürgermeister Peter Dreiling zeigte sich anschließend schwer beeindruckt von der Leistung der Musiker. Und Dennis Sandmann aus Sangerhausen, der Bratsche spielte, sagte: „Das ganze Dorf lebt offensichtlich für dieses Wochenende. Man wird hier keinem Stress ausgesetzt. Jeder kann an seine Leistungsgrenze gehen und wird trotzdem nicht überfordert“.

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