Eichsfeld: Als Region in die Zukunft

Dingelstädt  Die Plattform Inregia ist eine Eichsfelder Erfindung, die hiesige Unternehmen und Kunden vernetzen will. Showroom ist eröffnet.

Das Inregia-Center hat in Dingelstädt eröffnet. Hierbei handelt es sich um ein Netzwerk für regionale Firmen, die in den Räumlichkeiten auch ausstellen können und dürfen. Marcel Mende ist einer der beiden Geschäftsführer, die den Fokus auf die regionale Vernetzung legen.

Das Inregia-Center hat in Dingelstädt eröffnet. Hierbei handelt es sich um ein Netzwerk für regionale Firmen, die in den Räumlichkeiten auch ausstellen können und dürfen. Marcel Mende ist einer der beiden Geschäftsführer, die den Fokus auf die regionale Vernetzung legen.

Foto: Eckhard Jüngel

Einer ist das Gesicht nach außen, zwei ziehen die Fäden im Hintergrund. „Inregia“ steht als Name über dieser Eichsfelder Erfindung. Sie ist bereits ein eingetragenes Markenzeichen.

„Inregia ist eine Plattform für die Vernetzung und Vermarktung von regionalen Unternehmen“, erklärt Peter Fritsch. Er ist das Gesicht nach außen. Er ist täglich im jetzt fast fertigen Showroom in der Dingelstädter Steinstraße vor Ort. Er ist der Ansprechpartner für Firmen, aber auch Institutionen und Vereine, ja auch Einzelhändler sind willkommen. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sind die Zielgruppe.

Im Jahr 2016 kamen Peter Kunkel als Chef eines Malerfachbetriebes und der Werbefotograf Marcel Mende auf die Idee, eine gemeinsame starke Plattform für die Region zu schaffen. „Eine, über die diese regionalen Unternehmen im Internet auch gefunden werden.“ Die beiden haben die Erfahrung gemacht, dass es kleinen Betrieben vor allem im Handwerk oft zeitlich gar nicht möglich ist, eine aussagekräftige Website zu erstellen und sie auf dem aktuellen Stand zu halten. „Da kommen wir ins Spiel“, sagt Marcel Mende. „Wir übernehmen zum Beispiel die Erstellung einer Webpräsenz auf höchstem Niveau“, präzisiert Peter Fritsch. Dass die Unterstützung zudem bei der Datenschutzgrundverordnung eine Rolle spielt, sei klar. „Wir helfen bei der Vermarktung, wo wir können.“ Der Fokus liege aber, so betonen die beiden Geschäftsführer Marcel Mende und Peter Kunkel, auf der Regionalität, auf der Vernetzung regionaler Firmen untereinander. Das sei ganz wichtig, wenn es zum Beispiel um Großaufträge geht oder bei Ausschreibungen. „Da kann ein Baubetrieb einen regionalen Maler, einen regionalen Sanitärbetrieb und weitere Gewerke gleich mitbringen“, sagt Fritsch.

Center soll nicht zuletzt ein Ort der Kultur werden

Der Showroom in Dingelstädt, der seit dem 1. Juni geöffnet ist, ist sozusagen das Fenster zur Regionalität und Leistungsfähigkeit heimischer Handwerksbetriebe zum Anfassen. Im Inregia-Center können die Firmen sich und ihr Handwerk professionell präsentieren. „Hier können sie den Kunden und Interessierten zeigen, dass hiesige Unternehmen in der Lage sind, in der Gemeinschaft einzigartige Projekte umzusetzen“, so Mende. „Uns geht es in erster Linie darum, die Eichsfelder Firmen in allen Belangen zu unterstützen.“ Denn oft hätten die Unternehmen, vor allem die kleinen, gar keine räumlichen Möglichkeiten, sich und ihr Können in einer Ausstellung zu zeigen. „Das Center wird weiter ausgebaut“, erklärt Fritsch. Demnächst gehe es an die Gestaltung der Außenanlagen. Die werde ein Partner aus dem Netzwerk übernehmen. Und das Center soll noch geöffnet sein, wenn Kunden selbst erst von der Arbeit kommen, damit sie sich in Ruhe umsehen können. Alle technischen Finessen sind im Showroom angeschlossen. Selbst das Wasser für die Badewanne läuft.

80 Unternehmen sind bereits registriert. „Im Schnitt haben wir 13.000 Seitenaufrufe im 28-Tagedurchschnitt“, sagt Peter Fritsch. Das sei für die kurze Zeit, in der man online sei, schon recht erstaunlich. Hohe Zugriffsraten spielen nämlich bei Suchmaschinen eine Rolle. Je mehr Aufrufe, umso höher rutschen bei Suchanfragen das Portal selbst und somit auch die Unternehmen in der Listung nach oben. „Es gibt so viele Schmuckstücke in der Region und keiner kann sie finden? Das wollen wir ändern.“ Denn eine Analyse habe ergeben, dass mitunter 60 bis 70 Prozent der kleinen Betriebe und Firmen nur ganz schwer gefunden werden können. Und das müsse doch nicht sein.

Die Zukunft von Inregia soll aber noch mehr bieten. Über die Plattform können Neuigkeiten aus den einzelnen Firmen und Vereinen, aber auch Angebote, ja sogar freie Stellen im Web und auch auf diversen Social-Media-Kanälen veröffentlicht werden. Der Showroom selbst soll nicht nur die Leistung der Region zeigen, sondern kann als Business-Konferenz-Ort und nicht zuletzt für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Eine davon ist zum Beispiel am 23. August eine Lesung mit dem Thüringer „Gastronomiepapst“ Matthias Kaiser – Literarisches aus der Küche samt Getränken und Fingerfood. „Die Karten gibt es über unsere Website“, sagt Fritsch.

Die Ideen und Visionen gehen noch weiter. Die drei Eichsfelder Köpfe können sich vorstellen, im kommenden Jahr für ihre Mitgliedsunternehmen in Dingelstädt eine Job- und Ausbildungsmesse zu veranstalten. Man sei sich sicher, dass auch die Kreishandwerkerschaft dieses Vorhaben unterstützen wird.

Inregia ist aber nicht mehr nur im Eichsfeld vertreten. Derzeit wird die Präsenz für ganz Thüringen, in Niedersachsen und sogar Sachsen aufgebaut. „Wobei der Fokus aber immer auf der Regionalität bleibt“, betont Peter Fritsch, der sich als Gebietsleiter um den Freistaat Thüringen kümmert. Ganz wichtig ist es ihm, dass es sich bei der Plattform nicht um einen reinen Eintrag wie bei den Gelben Seiten oder im Telefonbuch handelt. „Es ist einfach mehr.“ Der Mitgliedsbeitrag pro Monat sei gering. „Daran geht niemand pleite“, meint er. Und er betont, dass Inregia bei keinem Auftrag, der über die Plattform oder im Showroom zustande kommt, irgendeine Provision kassiert. „Uns geht es um die Sache, um das Eichsfeld, um die Region.“

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