So arbeitet der Corona-Krisenstab im Eichsfeld

Eichsfeld.  Täglicher Austausch über die aktuelle Corona-Entwicklung im Eichsfeld. Keine Neuinfektion seit Sonntag

Der Koordinierungsstab bereitet die aktuellen Daten und Entwicklungen auf. Zu ihm gehören Dominik Dietrich (unten links), Thomas Müller (oben links), Tobias John und Sophie Senft.

Der Koordinierungsstab bereitet die aktuellen Daten und Entwicklungen auf. Zu ihm gehören Dominik Dietrich (unten links), Thomas Müller (oben links), Tobias John und Sophie Senft.

Foto: Eckhard Jüngel

Es ist 9 Uhr am Montagmorgen. Dominik Dietrich, Thomas Müller, Sophie Senft und Tobias John betreten nacheinander den Plenarsaal des Landratsamtes. „Wir sind der Koordinationsstab“, erklärt Dominik Dietrich. Er ist beim Landkreis für den Katastrophenschutz zuständig, Thomas Müller ist Chef der Zentralen Leitstelle. Tobias John gehört zur Stabsstelle im Landratsamt, Sophie Senft unterstützt. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Eine Stunde lang bereiten die vier nun alles auf, was es an Neuigkeiten im Kreis zum Thema Corona gibt. Bis 8 Uhr jeden Morgen ist die Frist zur Meldung von Neuinfektionen beim Gesundheitsamt. Diese Daten hat die Koordinierungsgruppe nun schon auf dem Tisch.

Gerald Schneider kommt hinzu. Während Dominik Dietrich die Koordinationsgruppe leitet, ist Schneider als stellvertretender Landrat Chef des Verwaltungsstabes. In wenigen Worten wird er vom aktuellen Sachstand in Kenntnis gesetzt. „Wir bereiten hier auch immer die Entwicklungen nach, heute zum Beispiel vom langen Wochenende“, erklärt Dietrich. Hier laufen auch die Anrufe und E-Mails aus der Bevölkerung auf, sowohl von Privatpersonen als auch von Gewerbetreibenden. „Die versuchen wir so exakt und sachlich wie möglich zu beantworten“, sagt Tobias John. Die Zahl schwanke jeden Tag, mal seien es mehr, mal weniger.

Der Koordinationsstab macht sich ein Bild von der Lage. Aufgaben, die sich jeweils daraus ergeben, leiten sie an die zuständigen Stellen weiter. Kurz vor 10 Uhr füllt sich der Raum. Am Montag kommt mit Bernadette Schneemann die stellvertretende Amtsärztin. Ilona Helbing, Chefin des Jugend- und Sozialamtes, trifft ein. Doch die Liste der zuständigen Personen aus den entsprechenden Behörden und Bereichen ist noch länger.

Mit dem gebotenen Abstand zueinander nehmen sie Platz: Michael Schulze als Vertreter der kassenärztlichen Vereinigung, also als Vertreter der niedergelassenen Ärzte, Daniel Kahl als Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes, Uwe Schotte, der Ärztliche Direktor des Eichsfeld Klinikums. Polizeichef Dietmar Kaiser, Kreisbrandinspektor Mirko Lipinski und Ordnungsamtsleiter Frank Lepper haben sich die hinteren Tische ausgesucht. Margit Schade vom Eichsfeld-Klinikum hört ebenfalls zu, schließlich ist sie im Bereich Infektionen und Hygiene zuständig. Benno Bause ist als Fachberater da, als Bindeglied zu den Trägern der Daseinsvorsorge wie Trink- und Abwasserverbände oder zum Öffentlichen Personennahverkehr. Ingelore Hennecke von der Stabsstelle und Landrat Werner Henning (CDU) komplettieren den Krisenstab.

Diem Virus so wenig Platz wie möglich einräumen

Punkt zehn Uhr informiert die Koordinationsgruppe über die aktuellen Entwicklungen. Vom Sonntag zum Montag hat es keine Neuinfektion gegeben, zwei weitere Menschen gelten wieder als gesund. Deren Zahl steigt damit auf 90 Personen an. Das sind schon einmal recht gute Nachrichten. Auch teilt Dietrich mit, dass die Seniorenwohnanlage in Kella, in der mehrere Personen erkrankt sind, inzwischen leer ist. Am Sonntag hat es mehrere Einsätze des Rettungsdienstes gegeben. „Ein bestätigte Corona-Fall, zwei Verdachtsfälle“, informiert Dietrich. Samstag seien es sechs Fahrten gewesen. „Das ist schon nicht ohne und eine gehörige Mehrbelastung für die Sanitäter.“ Schließlich sind es verschärfte Bedingungen, unter denen so eine Fahrt abläuft, alles muss gut koordiniert sein.

25 Mitarbeiter müssten es sein, die sich um die Corona-bedingten Angelegenheiten kümmern. „Fünf pro 20.000 Einwohner ist die Richtlinie“, erklärt Henning. Aber im Eichsfeld seien es 40 Menschen, die Aufgaben auf mehr Schultern verteilt. „Eine inzwischen gut eingespielte Truppe.“ Tobias John und Ingelore Hennecke bündeln die neuesten Daten, um die täglichen Pressemitteilungen zu erstellen und die Homepage zu bestücken.

Der Montag ist dieses Mal ein besonderer Tag: Friseure und Kosmetiksalons dürfen unter strengen Auflagen wieder öffnen. „Wir werden stichprobenartig Kontrollen vornehmen“, kündigt Amtsärztin Bernadette Schneemann an. Es geht immer noch darum, dem Virus so wenig Platz wie möglich einzuräumen.

Bis vor etwa 14 Tagen hat diese Krisenstabsitzung mit allen Beteiligten täglich stattgefunden. Inzwischen nur noch zwei Mal, im Bedarfsfall drei Mal die Woche. Doch den Austausch gibt es täglich – per Telefonkonferenz. Man wisse ja nie, wie die Entwicklung ihre Richtung nimmt. Ständig muss eingeschätzt werden, wie die Lage im Kreis ist, wie auf Lockerungen reagiert wird, wie die Umsetzung aussieht. Und manchmal müsse auch ermittelt werden. Dafür ist die Polizei da, die eng mit den Ordnungsämtern zusammenarbeitet. Zweimal, so erklärt Landrat Henning, hat er bereits mit den Stadtbürgermeistern und VG-Chefs eine Konferenz einberufen. „Die dritte ist auch bald wieder dran.“ Dann geht es an interne Themen mit sensiblen Daten. Landrat Henning stellt die Nichtöffentlichkeit her.