Ein Wunschkind aus Noten

Leinefelde  Die im Eichsfeld bestens bekannte Sängerin Jorita Solf will ihr erstes eigenes Album produzieren und braucht dafür Hilfe. Der Gitarrist von Sarah Connor arbeitet im Studio mit.

Wunschkind soll das erste Album von Jorita Solf heißen. Es wird nur eigene Songs enthalten. Zu den Studiomusikern während der Aufnahmen gehört auch Arto Mäkelä, der Gitarrist von Sarah Connor.

Wunschkind soll das erste Album von Jorita Solf heißen. Es wird nur eigene Songs enthalten. Zu den Studiomusikern während der Aufnahmen gehört auch Arto Mäkelä, der Gitarrist von Sarah Connor.

Foto: Tim Krchov

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Im Eichsfeld ist sie regelrecht prominent. Sie ist nicht nur für ihre unverwechselbare Stimme und ihren Humor bekannt, sondern auch dafür, dass sie keine halben Sachen macht. Jorita Solf ist die Frontfrau von Princess Jo. Sie singt aber nicht nur. Sie schreibt eigene Songs, die sie regelmäßig bei den Kamingeflüster-Konzerten – die inzwischen Kultstatus genießen – am immer sehr gespannten Publikum ausprobiert. Und immer wieder wird sie während der Pausen oder nach den Konzerten von Menschen umlagert, die meist nur eine einzige Frage haben: „Warum gibt es noch keine CD?“

Das soll sich jetzt ändern. „Der Wunsch hat mich beschäftigt. Seit 2006 habe ich das Glück, mit meiner Band wunderbare Konzerte spielen zu dürfen, in denen wir bekannten Songs ein ganz neues eigenes Gewand geben und auch meine eigenen Lieder dem Publikum präsentieren. Mein persönlicher Wunsch, ein eigenes Studio-Album zu veröffentlichen, wurde mit den Jahren immer größer – und nun möchte ich diesen Traum endlich wahr werden lassen.“ Und damit ist sie wieder bei der Geschichte mit den halben Sachen. „Wenn ich es tue, dann richtig.“

In den vergangenen Jahren hat die charismatische Sängerin immer wieder zur Feder gegriffen. Fast alle Songs haben mit eigenen Erfahrungen, Erlebnissen und Gefühlen zu tun. Diese Lieder schreibt sie in Deutsch, spielt mit Sprache, Emotionen und charmantem Witz. Mal sind es nachdenkliche und zu Herzen gehende Texte, dann wieder Geschichten aus dem Alltag mit einem humoristischen Überraschungseffekt – Geschichten, die sie selbst herzhaft zum Lachen bringen.

Bislang habe die Anzahl der Songs, die es ihr wert sind, noch nicht ganz ausgereicht, um ein Album zu füllen. „Jetzt aber ist es so weit“, sagt sie mit ihrem verschmitzten Lächeln. Sie verrät, welche ihrer Favoriten und die des Publikums jetzt im Studio neu eingespielt werden. Zu allererst ist da das „Boot auf dem Meer“. Dieses Lied schrieb Jorita Solf vor vielen Jahren für die José-Carreras-Stiftung, die leukämiekranken Kindern und deren Familien hilft. Es erzählt die Geschichte einer todkranken Frau, deren größter Wunsch es ist, in den „sündhaften Schuhen aus rotem Lack“ noch einmal die Welt zu sehen, statt in Angst und Verzweiflung wie ein Boot auf dem Meer steuerlos dahinzutreiben. „Jeder, der mich kennt, weiß, wie sehr mir dieses Lied und die Geschichte dahinter am Herzen liegen“, sagt die Sängerin. In den vergangenen Jahren haben sie und ihre Band dieses Lied immer wieder neu arrangiert und interpretiert. „In der Studiofassung wird es die Akustikversion sein, die wir bei den jüngsten Konzerten gespielt haben. Wir haben sie noch einmal bearbeitet und spielen sie nun für die CD neu ein.“

Natürlich ist der „Dicke Mann“ vertreten, auch „Krieg mal den Ar... hoch“ ist mit dabei, genau wie der „Riss im Himmel“, die „Schneekönigin“ oder „Bist Du bei mir“. Dazu aber kommen noch Kompositionen, die noch keiner kennt. „Liebes Lied“ werde eine heißen, „Lilly“ eine andere. Was genau dahinter steckt, will Jorita Solf noch nicht verraten. „Einfach überraschen lassen“, gibt sie sich geheimnisvoll. Was sie aber verrät, ist der Name des Albums. „Wunschkind“ soll es heißen. Denn diesen Tonträger zu produzieren, die Songs zu arrangieren und einzuspielen, die CD in der Hand zu halten, sei wie die Freude auf das langersehnte Kind. „Ja, das Album ist ein absolutes Wunschkind.“

Für die Produktion hat Jorita Solf hochkarätige Musiker gewinnen können. Mit dabei ist zum Beispiel Princess-Jo-Schlagzeuger Christian Kühn, der nicht nur die Sängerin selbst, sondern auch deren Lieder und ihre Intentionen kennt. Matthias Kramp wird den Bass bedienten. Worüber sich Jorita Solf aber ganz besonders freut, ist die Zusage von Arto Mäkelä. „Ich war baff, als er sofort sagte: Klar, mach ich!“ Arto Mäkelä gilt als begnadeter Gitarrist und arbeitete bereits mehrfach mit Sarah Connor zusammen.

Damit aber das „Wunschkind“ das Licht der Welt erblicken kann, braucht Jorita Solf noch ein bisschen Hilfe von ihren Fans. „Solch eine professionelle CD-Produktion ist nicht gerade billig“, weiß sie. Sie hat eine Crowdfunding-Aktion gestartet, um das Album finanzieren zu können. Natürlich können die Fans wort- und kommentarlos einen kleinen Beitrag leisten. Aber Jorita Solf bietet auf der Crowdfunding-Seite mehr an. Zum Beispiel kann das Album schon gekauft werden, es wird nach Fertigstellung sofort ausgeliefert. Es gibt die Möglichkeit, es signiert zu bekommen oder in limitierter Auflage gar mit dem eigenen Namen im Booklet. Man darf sogar ein Wohnzimmerkonzert und VIP-Tickets für die Kamingeflüster buchen. Wenn die benötigte Summe bis zum Stichtag erreicht ist, dann können die Fans das Album bereits zu den diesjährigen Kamingeflüsterkonzerten in der Hand halten. „Das wäre mein Herzenswunsch“, sagt die Künstlerin. Sie weiß aber auch, dass, wenn am Ende der Aktion auch nur ein einziger Euro fehlt, ihr Traum platzt.

Die Aktion läuft nun im Internet bis zum 3. Dezember unter der Adresse:

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