Eintauchen in eine Welt entspannender Klänge

Wingerode.  Die Mediation mit Klangschalen bietet die Möglichkeit, dass auch Menschen mit Behinderungen entspannen können.

Birgit Sauerbier ist Inhaberin des Seelenzaubers in Wingerode. Sie bietet unter anderem Meditation mit Klangschalen an. 

Birgit Sauerbier ist Inhaberin des Seelenzaubers in Wingerode. Sie bietet unter anderem Meditation mit Klangschalen an. 

Foto: Antonia Pfaff

Es ist dunkel und still. Spärliche Lichtfetzen überdecken die Treppenstufen. Langsam und etwas unsicher laufe ich sie hinauf. „Seelenzauber“ steht in großen Lettern an der Tür. Vorsichtig öffne ich sie und trete auf den langen Flur. Der angenehme Duft verschiedener Öle wabert durch die Luft und kitzelt meine Nase. Wärme schlägt mir entgegen. Und nach einem zaghaften „Hallo“ kommt Birgit Sauerbier auf mich zu, reicht mir die Hand und heißt mich herzlich willkommen.

Sie ist Klangpraktikerin und bietet in ihrer Praxis und dem eigenen Seminarzentrum unter anderem Meditation mit Klangschalen an. Letztere stehen bereits auf dem Boden verteilt, dazwischen Kerzen und ein Buddha. Matten, Decken und Kissen für die Teilnehmerinnen liegen ebenfalls bereit. Ich darf mir eine aussuchen, lass mich nieder und lasse es auf mich wirken. Erst jetzt höre ich die leise im Hintergrund laufende Musik. Ich fühle mich warm und geborgen.

Thema wird immer wieder aufgegriffen

Langsam füllt sich der Raum. Während einige Frauen schon mehrfach zum Meditieren waren, sind andere, wie ich, das erste Mal dabei. Ich bin noch etwas skeptisch, denn ich weiß nicht, ob ich mich darauf einlassen kann. Ich will es versuchen. Das Thema lautet „Loslassen, was nicht mehr zu mir gehört“. Dieses wird die Klangpraktikerin während der folgenden anderthalb Stunden immer wieder aufgreifen.

Im ersten Teil sollen wir erst einmal ankommen. Wir dürfen uns hinlegen und in die mitgebrachten und ausgeteilten Decken einkuscheln. Ganz vorsichtig, fast liebevoll berührt Birgit Sauerbier die Klangschalen mit dem Schlegel. Dazu redet sie leise und bedacht, dass wir ankommen, den eigenen Körper fühlen und den Kopf freibekommen sollen. Ich versuche, mich darauf einzulassen. Am Anfang ist das gar nicht einfach – doch es funktioniert. Nach einigen Minuten fühle ich mich ruhiger.

Fantasiereise in andere Welt

Doch die Eichsfelderin holt uns zurück, nach Wingerode, in den kleinen gemütlichen Raum. Wir setzen uns entspannt hin. Einige schließen die Augen. Ich kann es zunächst nicht. Ich höre Birgit Sauerbier zu. Sie spricht über das Loslassen und was jeder einzelne vielleicht nach dem Abend loslassen kann. Dazu zählt für sie das Sich-Trennen von Kleidungsstücken, von Menschen die einem nicht mehr guttun oder aber Problemen, die vielleicht doch nicht so groß sind, wie sie erscheinen. Mit der Zeit kann ich mich auch darauf einlassen und kann ihren Worten mit geschlossenen Augen folgen.

Nach kleiner Teepause mit süßen Snacks gehen wir auf Fantasiereise. Eingekuschelt und in gemütlicher Atmosphäre, entführt uns die Klangpraktikerin in eine andere Welt. Dazu erzählt sie wieder etwas, und die Klangschalen erklingen. Ich kann mich total entspannen, loslassen und finde Ruhe. Es ist ein tolles Gefühl, auf so einem Weg den Kopf freizubekommen.

Urvertrauen zurückholen

Birgit Sauerbier erklärt später, dass die Schwingungen der Klangschalen an den Mutterleib erinnern. Denn dort würden die Babys auch nur Schwingungen und Klänge wahrnehmen. „Das Urvertrauen wird in das Bewusstsein zurückgerufen.“ Und deshalb könnten die Leute dort so entspannen. Das Besondere sei auch, dass die geistige Verfassung egal sei. Denn es komme nur auf das Gehör an, und beispielsweise Menschen mit Behinderung könnten auf diese Weise auch entspannen.

Warm und mit einem neuen Körpergefühl trete ich wieder in den dunklen Treppenaufgang. Genauso langsam schlendere ich die Stufen herunter. Doch ich fühle mich nun besser.

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