Erste Studie zu geplantem Kalisalzabbau in Nordthüringen liegt im Juni vor

Sebastian Grimm
| Lesedauer: 2 Minuten
Chris Gilchrist, Geschäftsführer von Südharz Kali, besuchte den Bohrplatz in Worbis und erkundigte sich über die Fortschritte.

Chris Gilchrist, Geschäftsführer von Südharz Kali, besuchte den Bohrplatz in Worbis und erkundigte sich über die Fortschritte.

Foto: Sebastian Grimm

Eichsfeld.  Zweite Bestätigungsbohrung bei Worbis durch Südharz Kali soll Ende April abgeschlossen sein. Firmenchef lobt Thüringer Partner.

Seit gut einer Woche läuft die Bestätigungsbohrung der Südharz Kali GmbH bei Worbis. Die wird notwendig, um vorliegende Daten aus DDR-Zeiten zur Qualität der Salzlagerstätten im Ohmgebirge physisch zu bestätigen. Es ist die zweite Bohrung im Landkreis. Die erste bei Haynrode ist abgeschlossen, die Bohrkerne mit den Kalisalzproben liegen für die Auswertung in den Laboren vor. Ende April sollen die Kerne aus Worbis dort ebenfalls verfügbar sein.

Gebohrt wird in unmittelbarer Nähe eines historischen Bohrlochs. „In Haynrode war das auch so: Dort wurden Proben im Jahr 1908 genommen. In Worbis stammen diese aus den 1980er-Jahren“, sagt Babette Winter, Regionalmanagerin Deutschland des Unternehmens.

Obwohl bei Worbis bereits gebohrt wurde, lies es sich Chris Gilchrist, Geschäftsführer von Südharz Kali, nicht nehmen, den Bohrplatz zu besuchen. Gilchrist machte bei dem Vororttermin deutlich, dass Südharz Kali zu 100 Prozent eine deutsche Firma ist und bleiben wird. Aufgrund der Kapitalbeschaffung, um den erneuten Abbau von Kalisalz in Nordthüringen anzugehen, begann das Vorhaben zunächst in Australien. „Wir sind nicht die Australier“, erklärte der Geschäftsführer in Worbis auch im Beisein von Marko Grosa (CDU), Bürgermeister der Stadt Leinefelde-Worbis, und von Thomas Rehbein (CDU), Ortsteilbürgermeister von Worbis. Ebenso verfolgten die Grundstückseigentümer, die die Flächen für die Bohrungen zur Verfügung gestellt hatten, die Ausführungen von Gilchrist.

„Die beste Expertise für Kalibergbau weltweit gibt es in Thüringen“, richtete sich Gilchrist seine Worte an die Vertreter der Firmen Ercosplan Erfurt und der K-utec AG Sondershausen. Er wisse auch um die Historie des Kalibergbaus in der Region. „Ich habe davor großen Respekt. Wir werden verantwortungsvoll, ob sozial oder mit Blick auf die Natur, in der Region arbeiten, auch mit Blick auf die Geschichte.“ Zudem kenne er die Region, da er schon vor Jahren in Sondershausen gearbeitet habe.

Gilchrist stellte die nächsten Schritte zu dem geplanten Abbau von Kalisalz in der Region vor. „Im Juni wird eine erste Studie vorliegen“, so Gilchrist. Diese werde benötigt, um bei den Investoren um Geld für die Machbarkeitsstudie zu werben. Für diese Studie veranschlagt der Geschäftsführer einen Zeitraum von 18 Monaten, dann wisse man mehr. „Es dauert aber noch fünf bis sechs Jahre, bis ein Bergwerk da ist“, erklärt Gilchrist.

Marko Grosa sagte dem Unternehmen jegliche Unterstützung zu. Er wünsche sich das Bergwerk in der Gemarkung seiner Stadt.