Goldfische als Gefahr

Eichsfeld.  Natur im Eichsfeld (108): In heimische Gewässer ausgesetzte Goldfische schaden den Amphibien- und Libellenpopulationen.

Ausgesetzte Goldfische in einem Waldteich im Ohmgebirge. Hier gibt es keine Molche mehr.

Ausgesetzte Goldfische in einem Waldteich im Ohmgebirge. Hier gibt es keine Molche mehr.

Foto: Arne Willenberg

Goldfische wurden bereits vor mehr als 1000 Jahren in China gezüchtet. Diese meist roten, gelben oder goldfarbenen Fische machen vielen Menschen als Zierde in Aquarien, Wasserbassins und Gartenteichen große Freude. Solange sie artgerecht gehalten und auf Qualzuchten verzichtet wird sowie darüber hinaus die Goldfische in der Obhut des Menschen verbleiben, ist dagegen nichts einzuwenden. Problematisch ist aber, dass heute Goldfische vielerorts in den Teichen, Weihern und Tümpel der freien Landschaft im Eichsfeld zu finden sind. Selbst abgelegene Kleingewässer und Quellteiche in den Wäldern sind davon häufig betroffen. Denn auch in diese natürlichen und naturnahen Gewässer werden immer wieder überschüssige Fische entsorgt.

Allesfresser finden in fast allen Stillgewässern ihr Auskommen

Ähnlich der wilden, auch in Europa heimischen Stammart, dem Giebel, stellen Goldfische an ihre Lebensräume keine besonderen Ansprüche. In fast allen Stillgewässern finden sie daher ihr Auskommen und können sich rasch vermehren. Als Allesfresser ernähren sie sich von Wasserpflanzen und Insektenlarven, von den Eiern der Frosch- und Schwanzlurche sowie deren Larven und Kaulquappen. Dadurch können Goldfische unsere Amphibienpopulationen sehr schädigen. Die im Eichsfeld in den vergangenen Jahren durchgeführten Untersuchungen zum Vorkommen von Amphibienarten haben eindeutig gezeigt, dass die Wassermolche sehr schnell aussterben, wenn Goldfische in den Gewässern sind.

Besonders betroffen ist davon der Kammmolch, bei den Froschlurchen die Geburtshelferkröte, die bei Fischbesatz in ihrem Reproduktionsgewässer mit einem totalen Bestandseinbruch reagiert. Beide Amphibien sind streng geschützte Arten, für deren Erhalt im Eichsfeld eine große Verantwortung besteht. Die sich in nährstoffarmen Waldweihern und in Quellteichen vermehrenden seltenen Libellen können ebenfalls durch Goldfische gefährdet werden, wenn diese die Larven fressen.

Übertragung von Krankheiten auf Amphibien

Goldfische können zudem Träger von Krankheitskeimen sein. Selbst erkranken sie nicht, stecken aber Wildfische und Amphibien an. Bestimmte Hautpilze, die in den vergangenen Jahren weltweit und auch in Europa zum Massensterben von Amphibien geführt haben, können über Goldfische aus Aquarien und Gartenteichen in unsere Natur gelangen. Wer also seine nicht mehr gebrauchten Goldfische einfach in der Natur aussetzt, tut nichts Gutes. Ganz im Gegenteil, hat doch eine solche Handlung verheerende Folgen für heimische Arten und Ökosysteme und verstößt gegen das Bundesnaturschutzgesetz.

Es ist zu empfehlen, im Gartenteich von vornherein auf Goldfische und anderen künstlichen Fischbesatz zu verzichten. Dann kann man beobachten, wie sich ganz von selbst Amphibien, Libellen und andere Wassertiere einstellen. Das Problem, sich stark vermehrende Goldfische wieder los zu werden, stellt sich dann gar nicht erst ein.

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