Haare ab für den guten Zweck: Mädchen aus Kefferhausen zeigt ein großes Herz

Kefferhausen.  Die elfjährige Josephine Hupe aus Kefferhausen spendet 35 Zentimeter langen Zopf für krebskranke Kinder.

Josephine Hupe (links), hier mit ihrer Zwillingsschwester Jasmin aus Kefferhausen, zeigt ganz großes Herz. Sie hat sich ihre langen Haare abschneiden lassen und gespendet.

Josephine Hupe (links), hier mit ihrer Zwillingsschwester Jasmin aus Kefferhausen, zeigt ganz großes Herz. Sie hat sich ihre langen Haare abschneiden lassen und gespendet.

Foto: Eckhard Jüngel

35 Zentimeter lang war der Zopf von Josephine Hupe. Blonde, gesunde, dicke Haare, die nun einem guten Zweck dienen. Denn die Elfjährige aus Kefferhausen hat ihre Haare einem Unternehmen gespendet, das daraus Perücken für krebskranke Kinder fertigt.

Mit dem Gedanken, sich die Haare abschneiden zu lassen, sich zu verändern und etwas neues auszuprobieren, habe sich Josephine Hupe schon eine Weile beschäftigt. „Dann habe ich in den Medien gesehen, dass man seine Haare auch spenden kann und da war meine Entscheidung dann gefallen“, erzählt sie. Zwei Monate lang hatte sie sich dann ihre Mähne noch extra wachsen lassen, bevor der große Schritt getan werden sollte.

Mutter fällt die Entscheidung schwerer als ihrer Tochter

Mutter Karin Hupe wandte sich eine Friseurin in Dingelstädt. „Dort haben wir den Kontakt erhalten, wo wir die Haare hinschicken können. Man will ja auch sicher gehen, dass sie wirklich ankommen.“ Coronabedingt war es mit einem Termin zum Haareschneiden eher schwierig. An einem Freitagnachmittag vor zwei Wochen dann klingelte das Telefon. Wie spontan man sei, es wäre ein Termin frei, man müsste aber gleich kommen. Da war Josephine Hupe dann doch ein bisschen aufgeregt. „Ich hatte Magenkribbeln.“

Karin Hupe konnte es erst gar nicht richtig begreifen. „Josephine hat, genau wie ihre Zwillingsschwester, schon immer lange Haare gehabt. Schon als Baby waren es so viele, so dass wir immer Zöpfe machen mussten. Man kannte sie nur mit langen Haaren. Im Grundschulalter kam dann doch ab und an mal die Frage des Abschneidens. Aber keiner konnte sich durchringen, ihre schönen, langen Haare abzuschneiden.“

Karin Hupe sei das alles schwerer gefallen als ihrer Tochter. „Ich konnte beim Frisör fast nicht zuschauen“, sagt sie und lacht bei der Erinnerung. Aber eigentlich ging alles ganz schnell. Die langen Haare wurden noch einmal nachgemessen, denn das Mindestmaß bei Spenderhaaren beträgt 30 Zentimeter. Dann wurden die Haare in mehrere Zöpfe aufgeteilt und einer nach dem anderen abgeschnitten.

Eine schicke Kurzhaarfrisur kam heraus, die sich Josephine Hupe schon vorher überlegt hatte, das Pony extra lang wachsen ließ. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und fühle mich richtig wohl. Es ist auch viel einfacher zum Beispiel beim Haare waschen.“

Für die Zwillingsschwester kommt das Abschneiden nicht in Frage

Der abgeschnittene Zopf wurde noch einmal gekämmt und ordentlich zusammengebunden, damit er auch wohlbehalten bei der Firma mit Sitz in Velen-Ramsdorf in Nordrhein-Westfalen ankommt. Dort war man begeistert von der Spende. Über ein soziales Netzwerk bedankte man sich bei Josephine Hupe für den „supertollen langen Zopf“ und garantierte ihr, dass ein krebskrankes Kind davon profitieren würde.

„Wir sind in den Lauffreunden Eichsfeld aktiv, machen auch Benefizläufe für an Krebs Erkrankte mit. Die Kinder wissen, was diese Krankheit bedeuten kann und dass eben auch Gleichaltrige nicht verschont werden“, sagt Karin Hupe, die sehr stolz auf ihre Tochter ist. „Jetzt sind die langen Haare ab, aber weil es für einen guten Zweck ist, tut es nicht so weh.“

Zwillingsschwester Jasmin hat ihre wallende blonde Mähne noch. Und Abschneiden komme für sie überhaupt nicht in Frage. Sie finde es aber auch toll, was ihre Schwester gemacht hat. So muss Karin Hupe am Morgen, bevor der Bus die Kinder in die Schule bringt, nur noch einen langen Zopf flechten. Josephine Hupe ist jetzt schneller fertig und hat dabei stets das gute Gefühl, jemand anderem geholfen zu haben.