Heiligenstädter Landsenioren feiern 25-Jähriges

Martinfeld  „Den Herbst des Lebens gemeinsam erleben und genießen.“ Teilhabe an der Gesellschaft ist ein großer Wunsch der Landsenioren. 300 Teilnehmer bei Geburtstagsfeier.

Die Landseniorenvereinigung Heiligenstadt feierte am Wochenende das 25-jährige Jubiläum im Martinfelder Saal. Der Tag klang in gemütlicher Runde mit Kaffee und Kuchen aus. Fotos: Antonia Pfaff

Die Landseniorenvereinigung Heiligenstadt feierte am Wochenende das 25-jährige Jubiläum im Martinfelder Saal. Der Tag klang in gemütlicher Runde mit Kaffee und Kuchen aus. Fotos: Antonia Pfaff

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Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlicher Temperatur lässt sich ein Geburtstag doch erst richtig feiern. Entsprechend gut gelaunt pilgerten Rentner und Gäste in den Martinfelder Saal. Denn dort wurde am Samstag der 25. Geburtstag der Landseniorenvereinigung Heiligenstadt gebührend gefeiert. Musikalisch eingestimmt wurden die Gäste durch Georg Bank.

Der Vorsitzende Karl Aschoff konnte 300 Gäste begrüßen, bei etwa 250 Mitgliedern. Über diese mehr als positive Resonanz freute sich der Senior sichtlich. Schließlich sei das nicht selbstverständlich. In seiner Ansprache erinnerte er an die Gründungsmitglieder und auch an jene, die erkrankt nicht teilnehmen können – und an die, die bereits den letzten Weg angetreten sind.

Senioren gehören in die Gesellschaft

„Einander helfen –Freude erleben“ ist das Motto der Vereinigung. Denn zu den Gründungsgedanken zählt Karl Aschoff die „grundlegende Veränderung des Lebens im Dorf“. Früher seien die Bewohner in irgendeiner Weise „in die landwirtschaftliche Erzeugung eingebunden“ gewesen. Doch das ist nicht mehr so. „Die Erwerbsarbeit findet für den überwiegenden Teil der Einwohnerschaft nicht mehr im Dorf statt. Sie pendeln aus.“ Das würde natürlich auch für die Kinder gelten, sodass vor allem die Senioren zurück blieben und mittlerweile die größte Bevölkerungsgruppe in den Dörfern darstellten.

Durch den Verein hätten sich Senioren und Menschen, „die aus dem Arbeitsleben gedrängt wurden“, gefunden und lebten nun gemeinsam ein aktives Vereinsleben. Viel Unterstützung bei der Gründung am 27. September 1994 erhielten die Heiligenstädter vom bereits verstorbenen Kurt Noell, dem ehemaligen Bezirksdirektor der landwirtschaftlichen Sozialver-sicherung in Kassel, sowie von Wolfgang Schulien aus Neu-Eichenberg.

Das bunte Vereinsleben besteht aus geselligem Beisammensein, kultureller und traditioneller Betätigung und Bildungsveranstaltungen verschiedenster Art. Auch Fahrten zu den Schönheiten und Sehenswürdigkeiten der näheren Heimat und anderer Regionen, Besuche in landwirtschaftlichen Betrieben und der übrigen Wirtschaft gehören dazu. Das Miteinander wird durch gemeinsame Kaffeetafeln verstärkt. „Damit ist unsere Landseniorenvereinigung eine gemeinnützige und zutiefst soziale Bewegung“, betont der Vorsitzende.

„Man ist so jung, wie man sich fühlt.“ Ein allseits bekanntes Sprichwort, das auch Karl Aschoff aufgreift. Denn die Senioren fühlten sich heute „noch sehr lange“ jung. „Sie wollen den Herbst des Lebens genießen, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und nach Unterhaltung ihrer Wünsche suchen.“ Und er betonte, dass „gerade Menschen im fortgeschrittenen Alter mitten in die Gesellschaft gehören.“ Denn ihr Wissen und ihre Lebenserfahrung seien ein großes Kapital. „Es muss auch der älteren Generation die Möglichkeit gegeben werden, am öffentlichen Leben und der Gesellschaft teilzunehmen“, appellierte der Vorsitzende.

Den Gedanken griff Landrat Werner Henning (CDU) direkt auf. Denn in der heutigen Zeit würden „wir immer wieder gesagt bekommen, was richtig und vermeintlich falsch ist.“ Doch dabei würden „wir total vergessen, wie einfach das Leben geht.“ Deshalb brauche es auch die Landsenioren, denn die würden zeigen, wie das Leben geht. Natürlich hätten sie auch Sorgen und Probleme, doch versuchten sie, diese zu meistern. Denn auch nicht ohne Grund heiße es von außen immer, das Eichsfeld sei eine „authentische Region.“

Weil „wir eben wissen wie das Leben geht“, meinte Werner Henning. Und weil eben nicht „über jedes Stöckchen gesprungen wird, was einem hingehalten wird.“ „Wir können stolz sein, wie sich das Eichsfeld in 30 Jahren entwickelt hat“, brachte es Karl Aschoff noch einmal auf den Punkt.

Der Nachmittag klang mit einem gemütlichen Beisammensein, Kaffee, Kuchen und netten Gesprächen aus.

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