Hunderte Päckchen aus dem Eichsfeld gehen auf Reisen

Heiligenstadt.  Weihnachtstransport der Heiligenstädter St.-Gerhard-Gemeinde nach Rumänien startet.

Marion Frant, Bürgermeisterin von Geisleden, übergab an Nelu Calderescu ein Weihnachtspäckchen. Helena Burchardt hilft wie alle anderen Firmlinge bei der Aktion.

Marion Frant, Bürgermeisterin von Geisleden, übergab an Nelu Calderescu ein Weihnachtspäckchen. Helena Burchardt hilft wie alle anderen Firmlinge bei der Aktion.

Foto: Sebastian Grimm

Alle Jahre wieder können sich in der rumänischen Stadt Radatui Menschen über die Weihnachtspäckchen aus der Pfarrgemeinde St. Gerhard freuen. Aber nicht nur Gemeindemitglieder beteiligen sich an der traditionellen Spendenaktion, bei der nicht nur große Kartons mit vielerlei Sachen gepackt werden, sondern auch Geld gespendet wird. „Aus ganz Heiligenstadt werden Pakete gebracht und auch aus den umliegenden Dörfern, die nicht zu unserer Gemeinde gehören“, freut sich Ludger Dräger, Pfarrer der St.-Gerhard-Gemeinde, über die große Hilfsbereitschaft.

Am Freitagabend rollte der mit rund 700 Weihnachtspäckchen bepackte Lastwagen vom Pfarrhof, und das bereits zum 46. Mal. Seit 27 Jahren sitzt der selbstständige Spediteur Nelu Calderescu hinter dem Steuer und fährt die rund 1700 Kilometer. „Am Montagabend werde ich ankommen“, hofft er. Dann werden die Päckchen und die länger haltbaren Lebensmittel verteilt oder auch Waschmittel, die außerdem auf großen Paletten auf der Ladefläche stehen. Diese sind eine zusätzliche Spende der Gemeinde im Wert von rund 3000 Euro, so der Pfarrer.

Doch bevor der Transport abrollt, verwandelt sich der Pfarrhof in eine Paketannahmestation. In diesem Jahr unter Corona-Bedingungen läuft alles unter strengen Auflagen ab. Malin Schulze und Helena Burchardt, zwei der 33 Firmlinge der Pfarrgemeinde, die bei der Aktion helfen, stehen an einem kleinen runden Tisch und führen Strichlisten, um die Anzahl der Pakete zu notieren. Auf dem Tisch steht eine Kasse, in die fünf Euro wandern, die zusätzlich durch die Paketspender für den Transport eingezahlt werden. Derweil helfen auf dem Pfarrhof Gemeindemitglieder beim Verladen.

„Ein großer Dank geht an alle Helfer“, so Dräger. Zudem, sagt er, gebe es einen positiven Nebeneffekt: „Die Firmlinge sehen, dass Menschen anderen etwas Gutes tun.“

Die Organisation ist ein Selbstläufer geworden. Auch der Termin ist mittlerweile eine feste Größe in den Kalendern der Eichsfelder, da die Sammelaktion jedes Jahr in der Woche vor dem Christkönigssonntag stattfindet.

Eine Freude bereitet die Aktion auch Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel im Osten von Rumänien. „Die Pakete für die Ordensfrauen sind beschriftet, und die Gemeinde unterstützt sie zudem mit einer Geldspende.“ Und es gibt weitere Pakete, die mit Namen versehen sind. „Es haben sich, sagen wir mal, über die vielen Jahre Weihnachtspaketfreundschaften entwickelt“, sagt der Pfarrer, der weiß, dass sich viele Heiligenstädter im Advent über die Dankesbriefe aus Rumänien für die Geschenke freuen.