Kleine Eichsfelder mit großem Herz in Ferna

Ferna.  Kindergartenkinder und Franziskusschüler eröffnen mit einer Trommelreise ihre Solibrotaktion. Sie wollen armen Kindern in anderen Ländern helfen.

233 Eichsfelder Kinder starteten mit der Trommelreise im Fernaer Saal die Solibrotaktion. Bei der unterstützen sie Projekte von Misereor.

233 Eichsfelder Kinder starteten mit der Trommelreise im Fernaer Saal die Solibrotaktion. Bei der unterstützen sie Projekte von Misereor.

Foto: Eckhard Jüngel

233 Mädchen und Jungen aus sieben Kindergärten sowie Schüler der Dingelstädter Franziskusschule saßen am Freitag im Saal in Ferna. Ganz gespannt waren ihre Blicke nicht auf die Bühne gerichtet, sondern auf den Bereich davor, wo 280 afrikanische Trommeln standen. Mit der Trommelreise sollte die Misereor-Solibrotaktion eröffnet werden, die die katholischen Einrichtungen aus Teistungen, Kirchworbis, Neuendorf, Hundeshagen, Worbis, Weißenborn-Lüderode, Ecklingerode und Dingelstädt unterstützen und die dafür verschiedenste Aktionen planen, wie Edith Beykirch und Christine Diegmann vom Organisationsteam berichten.

Mit der diesjährigen Solbrotaktion will das Hilfswerk mehrere Projekte unterstützen: Da ist zum einen das Rescue-Dada-Zentrum in der Hauptstadt Kenias, das Mädchen, die auf der Straße leben, ein zeitweiliges Zuhause bietet. Sie finden dort ein Dach über dem Kopf, Spielsachen, Gesundheitsfürsorge sowie Lernmöglichkeiten. Im Hochland von Madagaskar können derweil viele Mädchen und Jungen weder einen Kindergarten noch eine Schule besuchen. Unterstützt von Misereor und Partnern vor Ort, richten Dorfgemeinschaften in Eigenregie daher Elementar- und Grundschulen ein.

Für Straßenkinder und Kinder auf der Flucht

Das dritte Projekt dreht sich um den Unterricht auf der Straße, Gesundheitsversorgung, Schlafplätze und eine bessere Ernährung. Das und noch mehr bietet „Butterflies“ Straßenkindern in Indiens Hauptstadt Delhi. Am Freitag waren daher Vertreter des Bistums Erfurt und von Misereor nach Ferna gekommen. Sie brachten den kleinen Eichsfeldern zudem Gäste aus dem Libanon mit. Michel Constantin, Regionaldirektor des päpstlichen Hilfswerkes, und Heba Al Basha berichteten unter anderem über Flüchtlingskinder.

Doch erst einmal war es an Markus Hoffmeister vom Verein TheoMobil, die Kindergartenkinder auf die Aktion einzustimmen und sie mit auf eine Reise zu nehmen. Kindgerecht ging es dabei auch um Themen wie Flucht, Migration und Not. 280 Trommeln hatte Hoffmeister mit in den Saal genommen, 400 hatte er insgesamt für die Trommelreise dabei. „Es geht immer auch um den kulturellen Kontext.“ Im Mittelpunkt aber steht das Teilen.

„Ich erzähle die Weisheitslehren Afrikas. Dabei handelt es sich um traditionelle Geschichten, die eine Botschaft haben. Ich denke sie mir nicht aus. Und die Trommel ist ein Medium, um den Kulturkreis zu erleben. Sie symbolisiert den gesamten Erdkreis, und in ihr schlägt nur ein Herz, das Herz der Welt. So ist der Einklang des Lebens zu spüren“, erklärt Markus Hoffmeister, der die Kleinen ordentlich mittrommeln ließ.

Kindergärten planen verschiedene Aktionen

Doch das Trommeln ist nur die eine Seite, die andere, das Teilen zu lernen und die Augen nicht vor der Not anderer zu verschließen. Das lernen die Mädchen und Jungen. Sie und ihre Erzieherinnen haben viele Ideen, wie sie die Misereor-Projekte finanziell unterstützen können. Der Neuendorfer Elisabeth-Kindergarten will zum Beispiel einen Oma-Opa-Tag organisieren, so Leiterin Margret Simon. Das Geld, das eingenommen wird, geht an das Projekt in Kenia. Bei der Aktion dabei ist auch die Worbiser Einrichtung „St. Elisabeth“, die von den Kommunionkindern und der Grundschule unterstützt wird, erzählt Edith Beykirch, die den Kindergarten leitet. Zusammen mit den Grundschülern gibt es einen Frühstücksbasar und am 22. März einen Fastengottesdienst. Die Kinder backen Brot, die Erzieherinnen kochen Suppe. Beides wird nach der Messe beim Fastenessen angeboten. Auch die Teistunger Steppkes vom St.-Andreas-Kindergarten verkaufen nach dem Solibrot-Gottesdienst am 29. März Brot und spenden den Erlös für das Rescue-Dada-Zentrum und die Initiative Africa Child, sagt Leiterin Christine Diegmann.

In der Schule, in ihrem Cafè und der Stadt wollen die Dingelstädter Franziskusschüler Brot verkaufen, und sie gestalten Andachten. Welches Projekt sie unterstützen, bestimmen sie noch. Ganz mit dem Herzen dabei sind auch die Kleinen vom Kindergarten Weißenborn-Lüderode, die schon einiges über Afrika gelernt haben. Am Namenstag des Kindergartenpatrons, am Josefstag, 19. März, laden sie die Eltern in ein kleines Cafè ein. Das Geld kommt dem guten Zweck zugute. Weitere Aktionen soll es am Osterdienstag sowie am 29. März geben.