Seniorenbeirat will mitmischen in Dingelstädt

Dingelstädt.  Dingelstädter Seniorenbeirat organisiert, informiert und hilft bei Problemen.

Jutta Drechsel, stellvertretende Seniorenbeauftragte des Landkreises, Josef Vockrodt, Vorsitzender des Dingelstädter Seniorenbeirates, und Stellvertreterin Monika Dölle tauschen sich gern aus.

Jutta Drechsel, stellvertretende Seniorenbeauftragte des Landkreises, Josef Vockrodt, Vorsitzender des Dingelstädter Seniorenbeirates, und Stellvertreterin Monika Dölle tauschen sich gern aus.

Foto: Eckhard Jüngel

Josef Vockrodt und Monika Dölle sind ein eingespieltes Team, eines, das mit offenen Augen durch die Stadt geht und immer wieder angesprochen wird. Er ist der Vorsitzende des Seniorenbeirates, sie seine Stellvertreterin. Insgesamt hat das Gremium elf Mitglieder, sieben kommen aus Dingelstädt, jeweils ein Vertreter ist aus Silberhausen, Kefferhausen, Kreuzebra und Helmsdorf, damit alle Orte der Landgemeinde vertreten sind.

Die Senioren wollen in ihrer Kommune mitmischen, dafür sorgen, dass die ältere Generation gehört und wahrgenommen wird, wenn es um gemeindliche Belange geht. Und Josef Vockrodt und Monika Dölle tun noch etwas: Sie hören zu, haben ein offenes Ohr für die kleinen und die größeren Probleme.

„Auf dem Friedhof waren ein paar Löcher auf dem Weg. Man hat uns darauf aufmerksam gemacht, und wir haben das gleich an die Stadt weitergegeben. Binnen kurzer Zeit waren sie verschwunden“, hat die Dingelstädterin gleich ein Beispiel parat. Einen Übergang für Rollstuhlfahrer an der Schießbahn gibt es mittlerweile auch. Es hat sich einiges getan.

Stadtentwicklung im Sinne älterer Menschen beeinflussen

„Der Seniorenbeirat hat eine beratende Funktion gegenüber den Gremien der Stadt und der Verwaltung. Zu den Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses entsenden wir ein Mitglied mit beratender Stimme“, erzählt Vockrodt. Er und seine Mitstreiter nehmen ihren Auftrag, die Mitwirkungsrechte der Senioren zu stärken, ernst. „Wir sind eine eigenständige, konfessionell, verbandspolitisch sowie parteipolitisch unabhängig arbeitende Interessenvertretung“, ergänzt Monika Dölle.

Beiden ist bewusst, dass sie Stadtentwicklung im Sinne der älteren Damen und Herren mit beeinflussen können. Und das tun sie, wenn sie Stadträten Anregungen geben, sie auf das eine oder andere Dilemma hinweisen und Wünsche mit Blick auf Verbesserungen äußern.

„Wir haben in unserer Stadt eine hohe Akzeptanz“, sagt Monika Dölle und freut sich. Und weil das so ist, müssen sich die Beiden auch keine Gedanken machen, dass die Veranstaltungsangebote, die sie unterbreiten, nicht angenommen werden. Sehr gut laufen zum Beispiel die Verkehrsteilnehmerschulungen. „Es müssen schon Themen sein, die zu unserer Altersgruppe passen“, meint Josef Vockrodt und umschreibt damit gleich das Erfolgsrezept. Das basiert auf Zuhören und Informieren. Und auch eine Portion Hartnäckigkeit darf nicht fehlen. Beide setzen zudem auf Bildungsfahrten und Vorträge. Letztere befassen sich mit verschiedensten Alltagsfragen, darunter beispielsweise die Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht.

Treffen gab es aber auch schon mit Schülern, die den Senioren den Umgang mit dem Smartphone erklärten. „Die Gymnasiasten haben sich gefreut, dass wir gefragt haben und sie uns helfen konnten“, erzählt der ehemalige Schulleiter. Mit Regelschülerinnen zusammen ging es zudem im Rahmen einer Seminarfacharbeit an das Projekt Barrierefreiheit. Geschäfte wurden dabei ebenso unter die Lupe genommen wie die Stadt. Die Ergebnisse der Arbeit bekamen der Beirat und die Stadtverwaltung. Und wie barrierefrei ist Dingelstädt? „Da steht es 50 : 50“, meint Josef Vockrodt.

Bücherregale sollen in die Dörfer

Auf große Resonanz stieß außerdem der Gesundheitstag, der unter anderem mit dem Gesundheitsamt, Selbsthilfegruppen, Apotheken und Pflegediensten initiiert wurde. Aber auch Freude und Gemeinschaft sollen nicht zu kurz kommen, sind sich die beiden Dingelstädter einig. Und so wird jedes Jahr unter anderem zu vier bis sechs Seniorenkinoveranstaltungen eingeladen, dazu kommen Ausflüge.

Um mit den Senioren ins Gespräch zu kommen, bieten sich unter anderem die Sprechstunden im Bürgerhaus an. Aber auch Veranstaltungen nutzt der eine oder andere, um ein Problem bei den beiden anzubringen. Den Schwatz auf der Straße gibt es freilich auch.

„Wir Senioren sind sehr interessiert, aber im ländlichen Raum sind Angebote eher rar, wenn wir in den Jahren mal vom Karneval und den Weihnachtsfeiern absehen“, sagt Monika Dölle. Ziel des Seniorenbeirates ist es daher, „Veranstaltungen in die Dörfer zu bringen“. Die Dingelstädterin hat aber auch noch eine andere Idee: In jedes Dorf der Landgemeinde – entweder in die Gemeindeverwaltung oder die Kirche – soll ein Bücherregal kommen, aus dem Bücher mitgenommen und auch hineingestellt werden können.

Josef Vockrodt, Monika Dölle und ihre Mitstreiter haben allerdings nicht nur Ideen, sie haben auch einen Wunsch. „Es wäre schön, wenn sich die Senioren weiter mit Problemen und Anregungen an den Seniorenbeirat wenden, denn nur so können wir etwas verändern“, sagen beide.

Aufgrund der Corona-Pandemie muss der Dingelstädter Seniorenbeirat jetzt leider alle Sprechstunden und geplanten Ausflüge absagen.

Kontakt: Monika Dölle Telefon: 036075/62560Josef Vockrodt Telefon: 036075/30116, E-Mail: jvockrodt@web.de