SPD-Kreischef kritisiert Bürgermeister von Leinefelde-Worbis

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Sozialdemokrat Heinz Funke, Kreistagstagsmitglied, reagiert ungehalten auf Äußerungen des Bürgermeisters von Leinefelde-Worbis.

Sozialdemokrat Heinz Funke, Kreistagstagsmitglied, reagiert ungehalten auf Äußerungen des Bürgermeisters von Leinefelde-Worbis.

Foto: Eckhard Jüngel

Leinefelde-Worbis.  Äußerungen von Marko Grosa (CDU) über seinen Gegenkandidaten sorgen für Empörung.

Irritiert ist Dirk Funke, Kreisvorsitzende der SPD Eichsfeld, von den Äußerungen des amtierenden Bürgermeisters von Leinefelde-Worbis, Marko Grosa (CDU), der sich über die hohen Zustimmungswerte seines Gegenkandidaten im Zusammenhang mit dessen Friseurberuf im Beitrag „Stichwahl in Leinefelde-Worbis“ vom 13. Juni verwundert gezeigt hatte.

„Im Kommunalwahlgesetz steht, dass jede Bürgerin und jeder Bürger, ab 18 Jahren und mit Wohnsitz in Thüringen, wählbar ist. Über spezifische berufliche Qualifikation ist da nichts zu lesen. Auch besteht hier keine Regelungslücke seitens des Gesetzgebers“, meint Dirk Funke. Wenn Grosa dies negativ kommentiere, kenne er entweder das Wahlrecht nicht oder er habe es, als einen Grundpfeiler der Demokratie, nicht verstanden, meint der SPD-Kreischef.

Neben den verwaltungstechnischen Fähigkeiten eines Bürgermeisters sollte auch der Draht zu den Bürgerinnen und Bürgern sowie zu Unternehmen gepflegt werden, um die Zukunft der Stadt nicht am Bedarf vorbei zu gestalten, gibt er zu bedenken. Dass der Bürgermeister sich in seinem Wahlkampf auf die Berufswahl des Mitbewerbers fokussiere, zeugt nach Dirk Funkes Ansicht von wenig Respekt gegenüber der Leistung eines Handwerkers. „Hier geht es zudem noch um eine der zahlreichen Berufsgruppen, die in der Coronazeit viel auszuhalten hatten”, meint er.

Kritik an den Aussagen des Bürgermeisters übt auch SPD-Kreistagsmitglied Heinz Funke. Er findet, dass Marko Grosa jetzt gemein werde. Dessen Verwunderung sei „eine Herabsetzung seines Mitbewerbers und eine wahre Unverschämtheit gegenüber den Wählern“. Und Heinz Funke sagt: „Herr Grosa ist von Beruf Polizeibeamter. Sein Lohn wurde bislang aus öffentlichen Kassen aufgebracht. Ein Friseurmeister mit eigenem Betrieb bestreitet seinen Lebensunterhalt aus selbstständiger Tätigkeit und schafft weitere Arbeitsplätze. Der Wähler mag entscheiden, ob es da wirklich Rangunterschiede gibt.“ Es spreche keineswegs für Marko Grosa, meint Heinz Funke, „wenn er mit der Arroganz eines Großwildjägers versucht, seinen Mitbewerber herabzuwürdigen und verächtlich zu machen“. Eine solche Haltung ist nach Ansicht des SPD-Mannes „keine Empfehlung für die Wiederwahl von Herrn Grosa“.

Zur Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters von Leinefelde-Worbis findet am kommenden Sonntag zwischen Amtsinhaber Marko Grosa (CDU) und Einzelbewerber Christian Zwingmann (parteilos) statt.