Spektakel in Tastungen: Glückliche Reiter auf dem Stoppelfeld

Tastungen  Das erste Eichsfelder Rennen dieser Art lockt 34 Starter und viele neugierige Zuschauer nach Tastungen. Eine Neuauflage ist für 2020 schon geplant.

Spannend und sehenswert waren die Stoppelfeldrennen in Tastungen.

Spannend und sehenswert waren die Stoppelfeldrennen in Tastungen.

Foto: Sigrid Aschoff

Sie jagen mit ihren Pferden über das abgeerntete Feld, gehen an ihre Grenzen. Staub wirbelt auf. Spannung pur bis zur letzten Sekunde, begeisterte Zuschauer, die die Pferde und Reiter anfeuern und feiern. Alle Starter geben ihr Bestes, da macht es nichts, wenn der eine oder andere dann doch auf den letzten Metern langsamer wird.

Das erste Eichsfelder Stoppelfeldrennen ist ein voller Erfolg. Hunderte Gäste sind gekommen. 34 Reiterinnen und Reiter gehen an den Start, die jüngste ist neun und aus Berlingerode, der älteste mit 73 Jahren ein Leinefelder. Mit dabei sind unter anderem auch Kirchohmfelder, Beuersche, Nordhäuser, Heiligenstädter, Teistunger, Kreuzebraer und Bleicheröder, die sich messen. Und die vor allem eines haben: Spaß.

Über verschiedene Distanzen geht es für die Pferde, unter ihnen Shettys, Voll-, Kalt- sowie Warmblüter, Norweger und Haflinger. Für die Kaltblüter sei das gar nicht so einfach, die seien etwas für die Feld- und Waldarbeit. Die Vollblüter hingegen wären als Sportpferde auf Schnelligkeit gezüchtet, erklärt Mitorganisatorin Anja Groß. Und die Tiere brächten es auf 60 bis 70 km/h.

Die Reiter gehen ganz in ihrem Element auf. Einige sind routiniert, für andere ist es der erste Wettbewerb, so auch für die elfjährige Lea-Sophie Kühnold, die stolz und ein bisschen aufgeregt ist. Für viele Pferde, für die das Laufen eine Abwechslung darstellt, gibt es trotzdem Neues: die Geräusche am Feldrand, das Publikum, das Flatterband. Doch alle schlagen sich prächtig und kommen ins Ziel.

„Es ist einfach traumhaft. Mit einer solchen Resonanz hätten wir nie gerechnet. Vielen Dank“, sagt Victoria Schade und strahlt. Zusammen mit dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Schafberg, der an diesem Tag in Tastungen zum Dreschfest und Treckertreffen einlädt, hat sie das Rennen organisiert. „Alles an Schleifen für die Ehrung haben wir kurzerhand bestellt“, erzählt die junge Frau, deren Augen leuchten. Und weil das Teilnehmerfeld so groß ist, müssen aus fünf sieben Klassen gemacht werden. Gestartet wird mal mit drei, mal mit zwei Pferden. Höchstens acht dürfen wegen der Sicherheit sein, und auf die wird viel Wert gelegt. Daher sind auch die Feuerwehr aus Teistungen, die die medizinische Versorgung absichert, und die Wehr aus Tastungen dabei. „Viele haben uns bei den Vorbereitungen und am Tag selbst unterstützt. Das ist echte Freundschaft“, sagt Anja Groß und freut sich. „Heute früh haben wir noch einmal Löcher zugeschaufelt, damit keinem etwas passiert.“

Das Rennen ist ein Ereignis, doch beim ersten heißt es: Erfahrungen sammeln. Und das wollen Victoria Schade, Familie Schafberg und ihre Mitstreiter, denn eine Neuauflage im nächsten Jahr soll es auf jeden Fall geben, und zwar wieder mit Rahmenprogramm. Diesmal gehören das Reiten der Quadrille und das Strohballenwettrollen dazu. Bei dem holte sich übrigens das Team „LPG Rote Rübe“ aus Tastungen den Sieg.

Die Sieger vom Stoppelfeld:

Ponys unter 1,40 Meter: Sophie Trutwig (Teistungen) mit Lissy

Kleinpferde bis 1,50 Meter (1. Durchgang): Sally Köpps (Tiftlingerode) mit Peaches

Kleinpferde bis 1,50 Meter (2. Durchgang): Alina Trutwig mit Hugo

Warmblüter Klasse 1: Laura Ferrari (Leinefelde) mit Dionora

Warmblüter Klasse 2: Erhard Fiedler (Leinefelde) mit Sonja

Kaltblüter Mix: Theresa Jawitzki (Beuren) mit Lona

Vollblüter: Victoria Schade (Berlingerode) mit Mahir Ibn Murayh

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